Ungeahnte Dynamik bei den Flüchtlingszahlen

Der Anstieg der Flüchtlingszahlen stellt die Stadt Lüdenscheid vor große Herausforderungen.

Lüdenscheid - Die aktuellen Zahlen, die der städtische Beigeordnete Thomas Ruschin im Integrationsrat vorstellte, sprechen für sich und zeigen eine klare Tendenz auf: Immer mehr Menschen werden in den nächsten Jahren vor Verfolgung und Not in ihren Heimatländern Zuflucht in Deutschland suchen.

„In Lüdenscheid werden es bis 2019 insgesamt 990 Flüchtlinge sein, die bei uns untergebracht werden müssen.“ Die Jahresübersicht zeige, dass am Anfang die Anzahl zunächst geringer sei, dann aber ansteige. Im Vergleich zum Jahr 2013, in dem 105 Flüchtlinge in Lüdenscheid aufgenommen worden sind, seien es 2014 mit 205 fast 100 Prozent mehr gewesen.

„2015 könnten es nach diesen Berechnungen schon 300 bis 350 Flüchtlinge sein. Das sind Zahlen, die auch vom Ministerium bestätigt werden.“ Die Flüchtlingsbewegung habe eine ungeahnte Dynamik entwickelt, die vorher keiner erkannt habe und auch in der Form nicht habe erkennen können.

Sondersitzung im Ratssaal

Angesichts der Herausforderungen, die mit der Flüchtlingsunterbringung auf die Stadt zukommen, findet am 19. Februar um 17 Uhr eine Sondersitzung des Sozial- und Seniorenausschusses im Ratssaal statt.

Daher sei vom Verwaltungsvorstand der Stadt eine Projektgruppe gegründet worden, die sich um die Bedarfdeckung kümmere, erklärte Thomas Ruschin im Gespräch mit den LN. Er selbst leite die Gruppe, in der alle Fäden zusammenlaufen.

 Zurzeit gehe es darum Gebäude oder Grundstücke daraufhin zu überprüfen, ob sie für die Unterbringung geeignet seien. Dazu gehöre natürlich nach wie vor das Haus an der Gartenstraße 52, dessen Sanierung aufgrund von Schimmelbefall und höheren Anforderungen durch den Brandschutz um ein sehr viel teurer wird als die zunächst veranschlagten 500.000 Euro.

Sehr angetan zeigte sich Ruschin vom Runden Tisch, der in der vergangenen Woche im Gemeindesaal von St. Joseph und Medardus sehr gut besetzt war. „Die Veranstaltung hat gezeigt, dass es viel ehrenamtliches Engagement in Lüdenscheid gibt. Es wurde darüber nachgedacht, einen festen Ansprechpartner, eine Anlaufstelle für die Flüchtlinge zu schaffen. Außerdem regte Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg Patenschaften für Flüchtlinge an. Das würde für die Verwaltung natürlich eine Arbeitserleichterung in dem Bemühen bedeuten, dass die Flüchtlinge ankommen in der Gesellschaft und Teil von ihr werden.“ - von Martin Messy

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