Sichtweisen in der Galerie

„Sichtweisen“ – mittig die Fotografie in Anlehnung an „Mädchenfluch“.

Lüdenscheid -  Die Künstlerin Simone Lucas kreiert geheimnisvolle Bildwelten. Protagonisten in ihren Werken sind zumeist junge Frauen und Kinder auf der Schwelle zum Erwachsenwerden.

Ihr großformatiges Gemälde „Mädchenfluch“ war Bestandteil der Ausstellung „Kinder-Leben“ – und für die Lüdenscheider Lina Angelaki, Prianga Raveedran und Berfin Ötztürk das Motiv der Wahl.

Zwar landete das Trio im Wettbewerb „Sichtweisen“ der Städtischen Galerie, der im Rahmenprogramm von „Kinder-Leben“ angeboten wurde, nicht auf den ersten Rängen, beeindruckte aber dennoch. Ein trauriges Mädchen, das seine Gefühlswelt auf Zettel gekritzelt hat.

Die Schüler setzten sich vor das Werk, beschrifteten Zettel und verteilten diese im Untergeschoss der Galerie: „Wir haben uns für das Bild mit dem traurigen Mädchen entscheiden, weil das Mädchen seine Gefühle durch Zeichnungen beschreibt. Und das Bild beschreibt auch unsere Gefühle.“

Mit ihrer Arbeit landeten die drei Schüler unter den zehn besten Einsendungen des Wettbewerbs – wir berichteten bereits.

Insgesamt mehr als 60 Exponate waren rund vier Monate lang in der Galerie am Sauerfeld zu sehen. Sie zeigten die Bandbreite von Gemälden des 17. Jahrhunderts über Kinderdarstellungen Anton Graffs, Johann H. W. Tischbeins bis zu Werken von Käthe Kollwitz, Edvard Munch und Conrad Felixmüller sowie der westfälischen Malerin Ida Gerhardi aus öffentlichen und privaten Sammlungen.

Im Rahmen der Siegerehrung bedankte sich Kulturdezernent Thomas Ruschin ausdrücklich für die Teilnahme der Schüler und lobte deren Engagement, sich mit der Ausstellung auseinander gesetzt zu haben. Als Erinnerung an seine eigene Jugend brachte er ein Buch mit, das er beim Umzug von Berlin nach Lüdenscheid gefunden hat – „Zille sein Milljöh“ – und das nun einen Ehrenplatz bekam.

Geehrt wurden durch die Kunstfreunde, die maßgeblich an dem Wettbewerb beteiligt waren, Miriam Langs, Maya Vogelsang, Leon Widemann, Nicole Guter, Viola Hummel, Katharina Heinrich, Jennifer Sterzer, Annemarie Hasbay, Lea Ketler, Lea Kettler, Lina Angelaki, Prianga Raveendran, Berfin Öztürk, Marc René Schneider und Evangelos Sioumentis. Für die Bestplatzierten gab’s Einkaufsgutscheine.

Zuvor hatte sich die Jury, die aus Niclas Schönherr, Professor Dr. Eckhart Böhm, Alexander Ring, Arnd Fiedler und der Leiterin der städtischen Galerie, Dr. Susanne Conzen bestand, intensiv mit den eingereichten Arbeiten beschäftigt.

Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb war, auf den Fotografien oder Selfies einen direkten Bezug zwischen sich selbst und dem gewählten Motiv herzustellen. Überrascht war die Jury von der Kreativität und der Qualität der eingereichten Arbeiten. Niclas Schönherr, der der Städtischen Galerie oft und gern mit grafischer Hilfe zur Seite steht, setzt die Arbeiten so um, dass sie alle die gleiche Größe bekamen. Die Bilder sind nun für die kommenden vier Wochen auf der Blanko-Plane im ersten Stock zu sehen, die das Reusch-Kunstwerk am Eingang zur Galerie schützt.

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