Grab dreimal verwüstet

Unbekannte zerstören Trauerdekorationen

Schon mehrfach rissen Unbekannte die Vasen vom Grab und zertraten die Grablicht-Laterne. Jetzt sucht Therese Gaida Zeugen.

LÜDENSCHEID ▪ Den Tod eines lieben Menschen überwinden zu müssen, ist furchtbar genug. Doch wenn Unbekannte ihren Spaß daran haben, Trauerdekorationen zu zerstören und auf Gräbern herumzutrampeln, kann dies Angehörige zur Verzweiflung bringen.

„Für mich ist das ganz schrecklich und ich habe keine Erklärung dafür, warum jemand so etwas macht“, erzählt Therese Gaida, die sich jetzt hilfesuchend an unsere Zeitung wendet.

Das Grab ihres verstorbenen Sohnes auf dem katholischen Friedhof an der Rahmedestraße sei in den vergangenen Wochen dreimal von Unbekannten heimgesucht worden. Dabei hätten sie Blumenvasen herausgerissen und eine Laterne fürs Grablicht zertreten – mehrmals in Folge und bei immer denselben drei Gräbern. Diese lägen direkt am Anfang des Hauptwegs, würden also von vielen Besuchern passiert. Warum es immer diese drei Gräber trifft, dafür hat Gaida keine Erklärung, auch von anderen Vorfällen sei ihr bislang nichts bekannt. Am Dienstagmorgen erhielt die gebürtige Polin dann den jüngsten Anruf, dass wieder etwas zerstört worden sei. „Dabei war ich am Montag noch da und alles war in Ordnung.“

Nun sucht die Lüdenscheiderin Friedhofsbesucher, die etwas gesehen haben. „Für mich ist es einfach ganz furchtbar, wenn das Grablicht für meinen Sohn nicht mehr brennt. Das macht mich kaputt“, erzählt die gläubige Katholikin. Dass mitunter Kerzen oder Blumen vom Grab gestohlen würden, sei schon öfter passiert. „Damit muss man leben und dann kauft man eben neue. Aber dass man die Laterne kaputttritt, das macht mich fertig.“

Gaida und die anderen Betroffenen hätten schon überlegt, sich mal „auf die Lauer zu legen“, um die Täter zu erwischen. Denn erschwerend käme hinzu, dass der Friedhof zu jeder Tages- und Nachtzeit frei zugänglich sei, also nicht abgeschlossen werde. Doch dafür gab es von Seiten der Friedhofsverwaltung bislang keinen Grund. Wie eine Mitarbeiterin auf LN-Anfrage erklärte, seien ihr solche Vorfälle bislang nicht zu Ohren gekommen. „Davon hören wir zum ersten Mal.“

Therese Gaida hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, denn: „Das macht mich alles ganz traurig.“ ▪ Kerstin Zacharias

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