Theo Rademacher feiert seinen 80. Geburtstag

Theo Rademacher feiert am Samstag „im Schatten des Kirchturms“ von St. Paulus seinen 80. Geburtstag.

LÜDENSCHEID ▪ Theo Rademacher sitzt am Computer und arbeitet. Der Schreibtisch ist übersät mit Manuskripten. Der Journalist und Autor in ihm ist gerade dabei, für den „Reidemeister“ – die Geschichtsblätter für Lüdenscheid Stadt und Land – einen Artikel über den Brügger Lebensabschnitt des katholischen Pfarrers Josef Witthaut (1929 bis 1949) zu verfassen. Von 1944 bis 1945 war Witthaut KZ-Häftling in Dachau. „Ich habe den Nachlass von der Nichte, einer pensionierten Lehrerin, zur Verfügung gestellt bekommen. Darin sind auch viele Feldpostbriefe. Eine interessante Geschichte.“

Am Samstag wird Theo Rademacher die Arbeit an dem Artikel unterbrechen, denn der Ur-Brügger feiert seinen 80. Geburtstag. Geboren wurde er direkt neben seinem heutigen Arbeitszimmer und seitdem lebt er in dem Haus an der Parkstraße – „immer im Schatten des Kirchturms“, sagt er und weist auf die Kirche. „Das hat mich geprägt.“ Da spricht der gläubige Katholik, der regelmäßig in seine Kirche St. Paulus gleich nebenan geht und der betrübt ist von dem Werteverlust. „Wir haben weniger eine Kirchen- als eine Glaubenskrise“, ist er überzeugt. Als „Christlich-Sozialer“ ist er aktiv in Kirche, Politik und Gesellschaft, und wenn ihm da etwas nicht passt und er Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten erkennt, dann kommt der streitbare Bürger hervor, der sich auch mit Leserbriefen in den LN zu Wort meldet.

„Diese Eigenschaft habe ich von meiner Mutter geerbt. Die wusste sich durchzusetzen“, schmunzelt er und erinnert sich an eine Begebenheit aus dem 1. Weltkrieg. Drei Kinder hatte sie da bereits, insgesamt acht sollten es werden. Ihr Mann war im Krieg. Als sie Bezugsscheine für Kinderschuhe im Lüdenscheider Amtshaus beantragte, ließ sie sich nicht abspeisen, sondern stellte gleich klar, sie werde so lange sitzen bleiben, bis sie die Scheine bekomme und sie erhielt sie.

Der Familienmensch Theo Rademacher heiratete am 1. November 1956 seine Magdalena, geborene Mitrenga. Fünf Kinder gingen aus der Ehe hervor, inzwischen sind sechs Enkel und ein Urenkel dazu gekommen. Als Industriekaufmann und KAB-Sozialverbandssekretär ernährte er seine Familie. Seit mehr als 30 Jahren ist er ehrenamtlicher Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung. Gefeiert wird natürlich zuhause, heimatverbunden wie der Jubilar ist, aber um 18.30 Uhr steht die Vorabendmesse in St. Paulus Brügge ganz im Zeichen einer feierlichen Dankmesse mit Pastor Arnold Nentwig für alle Gemeindemitglieder, die in diesem Jahr das 80. Lebensjahr vollendet haben oder es noch vollenden werden. An der Orgel spielt Stephan Reher. Dazu sind weitere musikalische Beiträge angekündigt. Da wird sicherlich auch etwas für den Liebhaber von Barock-, Klassik- und Sakralmusik dabei sein, der aber auch Volksmusik mag.

Sein Wunsch zum runden Geburtstag: „Es soll alles so weiter gehen wie bisher. Ich blicke auf erfüllte 80 Jahre zurück.“ Dem Wunsch schließen sich die LN an und gratulieren herzlich.

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