Thema Pflege im Fokus - Infos für Bürger

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Das Bonhoeffer-Altenzentrum lädt zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Pflege ein. Unser Bild zeigt (v.l.) Heidi Bettien-Heuser, Hildegard Malkmus und Udo Terschanski.

Lüdenscheid -  Der Bedarf ist groß, das Thema brisant – und doch führte es in der Vergangenheit oft ein Schattendasein. Mit dem Thema Pflege möchten sich viele gar nicht erst beschäftigen – bis es plötzlich über sie hereinbricht.

Dann rücken Fragen nach Pflegestufen, Personalschlüssel und Ansprüche für pflegende Angehörige in den Fokus der Betroffenen. Und eben diese Themen sollen im Mittelpunkt eines Politik-Talks stehen, zu dem das Evangelische Perthes Werk für Dienstag, 10. September, ins Dietrich-Bonhoeffer-Altenzentrum nach Lüdenscheid einlädt.

Unter dem Titel „An die Pflege denken!“ – angelehnt an die gleichnamige Kampagne des Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege – werden sich ab 19 Uhr Vertreter fünf großer Parteien den kritischen Fragen stellen. Auf dem Podium sitzen werden Petra Crone (SPD), Dr. Matthias Heider (CDU), Helga Ebel (Die Linke), Maria Klein-Schmeink (Grüne) und Johannes Vogel (FDP). Sie alle sollen aufzeigen, was sie nach der Bundestagswahl für die Menschen, die Pflege bedürfen, die vielen Beschäftigten in der Pflege und für die pflegenden Angehörigen tun werden. Als kompetenten Moderator der Diskussionsrunde haben die Verantwortlichen den Dipl.-Sozialwissenschaftler und Sportjournalisten Werner Hansch gewinnen können. Der Fußball-Kommentator gelte als Fachmann für das Thema „Alt werden in Deutschland“. So begleitete er seinen Freund Rudi Assauer ein Jahr lang mit einem Fernsehteam, um das Krankheitsbild Demenz und ihre gesellschaftlichen Folgen aufzuzeigen.

„Alle Betroffenen und Interessierten sind zu dem Abend eingeladen“, betonen Einrichtungsleiter Udo Terschanski, Hildegard Malkmus vom Bewohnerbeirat und Heidi Bettien-Heuser von der Mitarbeitervertretung – und freuen sich, so eine Veranstaltung in Lüdenscheid ausrichten zu dürfen. Denn das Perthes Werk betreibt immerhin elf Einrichtungen der Altenhilfe im Märkischen Kreis.

Und so haben Veranstalter und Mitarbeiter bereits einen Fragenkatalog erarbeitet, zugleich aber auch Forderungen formuliert. „Wir möchten auf das aufmerksam machen, was wir für erforderlich halten“, erklärt Udo Terschanski. Ob die Neudefinierung der Pflegebedürftigkeit, Rehabilitationsmaßnahmen für pflegende Angehörige oder die angemessene Ausstattung mit Personal, das leistungsgerecht bezahlt wird – „es muss politisch etwas passieren.“ Denn irgendwann komme man auch mit einer Dienstplanoptimierung nicht mehr weiter. „Und was nützt es, wenn das Personal motiviert ist, aber keine Zeit für die Bewohner hat?“

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