Wolff-Dieter Theissens „Tour de Abschied“

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Einer muss wissen, wo’s langgeht, die anderen strampeln: Die Fünfer-Tandem-Fahrt ging sicherheitshalber strikt geradeaus – „wie immer in der Verwaltung“, lachte der Mann am Lenker. Dahinter: Martin Walter, Rainer Link, Frank Switala und Jörg Weber.

Lüdenscheid - 17 Minuten braucht Wolff-Dieter Theissen normalerweise vom Frühstücks- bis zum Schreibtisch. Diesmal dauerte der Weg fast zwei Stunden. Die Abschiedstour:

Ein leiser Abschied aus dem Amt war es nicht. Die Feuerwehr, wichtiger Teil im Aufgabenportfolio des 1. Beigeordenten Wolff-Dieter Theissen, rettete ihren Dezernenten mit der Drehleiter vorm Geschirrwegräumen und rüstete ihn für seine „Tour de Abschied“. Die hatte ihren ersten Zwischenstopp am Hellweg-Baumarkt, wo der Bald-Pensionär aufs Fahrrad umsteigen musste. Das ist bekanntlich sein liebstes – weil in der Bergstadt meist flottestes – Fortbewegungsmittel.

Deshalb erreichte der kleine, radelnde Fachdienste-Konvoi, der den Dezernenten begleitete, auch vor den schweren Feuerwehrfahrzeugen am nächsten Kontrollpunkt, das Hochhaus am Dukatenweg. Dort lehnte ein Fünfer-Feuerwehr-Tandem samt Blaulichtaufbau an der Hecke und wartete auf seinen Einsatz. Der forderte selbst den Könner. 4,26 Meter lang, nicht mehr das Jüngste und aus Privatbesitz geliehen, konnte es nicht „mal eben“ in Betrieb genommen werden. Schließlich fanden fünf Radler ihren Rhythmus; schnurstracks ging’s geradeaus auf den Hof der Feuerwache. „Es war eine Mannschaftsleistung“, stellte Theissen zufrieden fest. „Aber gewinnen tut immer der, der zuerst über die Ziellinie kommt“, so die Antwort.

Nächster Halt: Kulturhaus. Hier schlüpfte der 65-Jährige ins geistliche Gewand, zeigte sich so souverän wie als weltlicher Herr über Kultur und Kunst: Dass die Nierhoff-Plastiken ihren Platz im Kulturhausgarten gefunden haben, ist auch sein Verdienst. Für alles, was in Jahrzehnten Rathaus-Karriere vielleicht mal nicht so gut gelaufen sein könnte, ging’s sodann im Büßergewand wieder per Rad zum Rathausplatz. Diesmal war die Feuerwehr schon da – und bot die seltene Gelegenheit, einmal aus 30 Meter Höhe aufs Rathaus zu spucken. Was der Gentleman natürlich nicht tat. - sum

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