Glücksspiel: Dieses Trio gewinnt 128 Preise 

Die Performancer Nele Stuhler, Stephan Dorn und  Falk Rößler gewannen 128 Preise.

Lüdenscheid – „FUX gewinnt 1/3“ konnte man getrost vergessen. Die Protagonisten zu weit hinten, fast schon backstage an einem Tisch, nur Gemurmel, dessen Sinn kaum in die vierte Reihe vordrang. Aber da musste man halt durch auf dem Weg zu „FUX gewinnt 2/3“: Das Regelwerk des Abends wurde im Stakkato erklärt.

Und „FUX gewinnt 3/3“, so das gleichnamige Theaterstück, das da am Mittwochabend die Gruppe „FUX“ aus Gießen auf die Bühne des Kulturhauses brachte – nun ja, das zeigte dann den Sinn und Unsinn einer Gewinnspielorgie auf, der sich die Gruppe unterworfen hatte, um am Ende daraus eine Inszenierung zu machen.

Die Gruppe FUX entstand 2011 an der Universität Gießen, wo Stephan Dorn, Falk Rößler und Nele Stuhler Angewandte Theaterwissenschaften studierten. Die drei Performancer waren nach eigenem Bekunden auf der Suche „nach neuen theatralen Formen“. So entstand das Stück „FUX gewinnt 3/3“.

Acht Wochen Schwerstarbeit, von morgens bis abends Gewinnspiele, Verlosungen, Kreativleistungen, Geschicklichkeitsspiele und Glücksspiele. Lösungsworte wie Mausefalle, Krücke, Borosilikatglas oder auch Vitesse Lumier (das Pferd, auf das sie beim Pferderennen setzten) wurden gesucht und gefunden, 128 Preise gewonnen.

Während Falk wortreich die Gewinn- und Verlust-Statistik erklärte, zeigte Stephan dazu via Beamer Grafiken und Kurven. „Aus allem, was gewonnen wurde, musste ein ganzes Stück Theater werden“, kündigte Nele an und war froh, am Ende doch wenigstens irgendetwas Textiles gewonnen zu haben.

Bekleidet mit textilen Trostpreisen wie einer Skijacke als Hose, einem Wohnschal und einer Art Fahne als Tunika – brachten die drei Performancer schließlich ihre Gewinne an die übersichtliche Zuschauerzahl. Hundert mögen es gewesen sein, die zusahen, wie Kuscheltiere, Schokobrunnen, Rucksack, Playmobil und Gebilde aus Glitzer in beleuchteten Hochglanzvitrinen in einer schier endlosen Parade über die Bühne geschoben wurden. Erinnerungen an Rudi Carrells 70er-Jahre-Show „Am laufenden Band“ wurden wach. Nur, dass sich die Gäste die Gewinne nicht merken mussten.

Mit dem Bühnenstück brachten die "Füxe" das Ergebnis ihrer einjährigen Arbeit rund um die Gewinnspielmaschinerie auf die Bühne. Hinzu gesellte sich mal mehr, mal weniger schräger Gesang, der mit dem Refrain endete „Nein, das macht alles keinen Spaß mehr – dafür ist es zu mau“. Vermutlich ein schöner Schlussrefrain für so manchen Theaterbesucher.

Übrigens: „FUX gewinnt 4/3“ wird's auch noch geben. Für September ist die Hörspielfassung geplant.

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