Situationskomik und leise Töne

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Daniel Morgenroth und Marion Kracht in der Komödie „Auf ein Neues“.

Lüdenscheid - Taffe Powerfrau mit kratzbürstigem Teenager trifft auf haltlos durchs Leben schlendernden Penner – ein Beziehungsgeflecht amüsierte am Donnerstagabend die Zuschauer im bestens besetzten Saal des Kulturhauses. Mit Marion Kracht, Daniel Morgenroth und Lene Wink war die Komödie „Auf ein Neues“ des französischen Theaterautoren Antoine Rault mit drei starken Charakteren besetzt.

Welten prallten da aufeinander. Auf der einen Seite Erfolgsmutti Catherine (Marion Kracht), Männerhasserin, Designerfrauchen, Putzteufel, geschieden – und Mutter. Auf der anderen Seite Tochter Sarah (Lene Wink), Teenager, aufmüpfig, immer frisch verliebt, die ewigen Baumwollschlüpfer leid und auf der Suche nach dem Weg ins Leben. Und dann war da noch Penner Michel (Daniel Morgenroth), den Catherine eigentlich nur, um die Tochter zu ärgern, von der Straße weg zum Weihnachtsessen einlädt, samt Muff-Mantel, Gitarre und Rotwein. Daraus entwickelte sich eine zärtliche Geschichte um Glück, Liebe und einen neuen Anfang.

Das Stück lebt durch Marion Kracht, quasi Dauergast auf der Fernseh-Mattscheibe und auf der Bühne zuhause. Dass sie sich auf Situationskomik versteht, bewies sie immer wieder, nicht zuletzt voll des süßen Champagners, durch den Penner Michel plötzlich gar nicht mehr so abstoßend wirkt.

Großartig auch die junge Schauspielerin Lene Wink in ihrer Rolle als aufmüpfige Tochter, die mit ihrer Designer-Mutter Dialoge führt, die vermutlich jede Teenager-Mutter kennt. Und dann waren da noch die leisen Töne, die, in denen Penner Michel Einblicke gewährte in den Verlust des eigenen Selbstbewusstseins durch das Leben auf der Straße und die Schwierigkeiten, mit den erdrückenden Resozialisierungsversuchen von Mutter und Tochter umzugehen.

Ein starkes Stück Komödie war’s, das die Theatergastspiele Kempf da mitgebracht hatten, bei dem das Lachen durchaus hier und da im Hals stecken blieb. - rudi

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