Theaterclub zeigt mit viel Spielfreude Preußlers „Krabat“

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Die Nachwuchsschauspieler zeigten sich in Bestlaune.

LÜDENSCHEID - Eine Mühle, eingehüllt in rotes Licht, ein Wald, geheimnisvolle Finsternis, in der dennoch so viel passiert – was dreizehn Kinder des Kulturhaus-Theater-Clubs mit dem Stück „Krabat“ von Otfried Preußler auf die Bühne brachten, verdient Respekt.

Von Yasmin Alijah

Keine Frage: Sie sind gewachsen in diesen einjährigen wöchentlichen Proben, kommen aus sich heraus, treten selbstbewusst auf, haben sich längst in ihre Rollen gefunden und sprechen fast durchweg laut, deutlich und mit guten Betonungen. Und sie begeistern damit ihr Publikum bei der Premiere im Kulturhaus.

Krabat (Diane Steinacker) heißt der Waisenjunge, der zu einer geheimnisvollen Mühle kommt und von seinem Meister (Anna Schulte-Huermann) nicht nur das Müllerhandwerk lernt, sondern auch die Kunst der schwarzen Magie. Doch die Faszination des Bösen erfährt dort ihre Grenze, wo Krabat realisieren muss, dass Magie einen Preis hat: jedes Jahr wird einer seiner Kollegen zu Silvester dem Teufel geopfert. Krabat ist entsetzt, erfährt, dass es einen Ausweg gibt, wenn er ein Mädchen findet, das ihn aufrichtig liebt. Dieses muss ihn freibitten und eine Prüfung bestehen. Und wie es in Märchen so ist, es findet sich ein Mädchen: Mareike Grüber in der Rolle der Kantorka gelingt dieses Meisterstück, die Mächte der Finsternis werden besiegt.

Es ist ein Okkultkrimi um Angst und Furcht, aber auch um den Zusammenhalt der jungen Burschen, gespielt von Hannah Kaschube, Anna Skodra, Philipp Syskowski, Robin Plate, Simon und Jonas Leiber, Vanessa Riede, Jolina Günther, Bastian Vollmann und Noémi Ludet. Die Burschen sind längst nicht mehr frei, haben sich weit vorgewagt in das Land der Magie und sind ihrem Meister unterworfen. Den Kindern gelingt es, in ihrer szenischen Ausgestaltung, Stimmungen gut herauszuarbeiten und die Handlung überzeugend voranzutreiben. Sie fesseln ihr Publikum mit hervorragenden Leistungen, wenngleich der Stoff – die Auseinandersetzung mit Satanismus, Menschenopfern, falschen Bündnissen und Astralreisen – aus pädagogischer Elternsicht für zum Teil gerade Zehnjährige umstritten bleiben muss. Dennoch: die Kinder fuhren zu Bestleistungen auf, ernteten viel Applaus und werden aus dieser Theaterarbeit persönlich viel Wertvolles mitnehmen.

Worte des Dankes gab es am Ende von Projektleiterin Dr. Andrea Susanne Opielka, die zum 1. Juni eine neue Stelle im Veranstaltungsmanagement auf Fehmarn antreten wird. So bleibt für Eltern und Kinder ein Wermutstropfen: „Wir wollen auf jeden Fall, dass diese Arbeit für unsere Kinder weitergeht und hoffen auf eine gute Lösung“, so ein Vater nach der Veranstaltung.

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