Theater Total spielt „Platonow“ im Stadtpark

Das Theater Total spielte am Abend auf der Waldbühne.

LÜDENSCHEID - Die sorgenvollen Blicke gen Himmel waren unbegründet: Am Abend spielte mit dem Theater Total aus Bochum zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder ein Ensemble Theater auf der Waldbühne im Stadtpark.

Ausgesucht hatten sich die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler Anton Tschechows „Platonow“, ein ursprünglich namenloses und frühes Werk, das erst später den Zusatz „Die Vaterlosen“ erhielt. Das Ensemble, ausnahmslos junge Leute und darunter mit Julia Schubeius, die Platonows Frau gab, eine Lüdenscheiderin, tourt mit diesem Stück mehrere Monate durch die Republik, um quasi professionell die ersten schauspielerischen Gehversuche zu machen. „Das bedeutet viel Arbeit und viel Organisation“, ließ dann auch Schubeius das Publikum wissen. Ihr oblag die Aufgabe, den Lüdenscheider Auftritt zu organisieren. Lob gab's gleich zu Beginn von Bürgermeister Dieter Dzewas, der sich darüber freute, so viele junge Menschen unter den Zuschauern zu sehen.

Mit Spielfreude und Engagement ging das Ensemble daran, auf dem Waldboden die Geschichte jenes russischen Lehrers darzustellen, der mit Hohn und Humor nicht nur Konventionen, sondern auch jede Menge Herzen bricht. Aufgeteilt in vier Akte kamen durch eine Vielzahl von Charakteren die Stärken jedes einzelnen Schauspielers zur Geltung. Gut für die Schauspieler, aber hier und da auch schwierig fürs Publikum. Wer weder ein Programmheft zum Nachschlagen, noch die schriftstellerische Intention eines Anton Tschechows omnipräsent hatte, konnte da schon mal durcheinander kommen.

Ein schwieriges Stück, das sich die Mimen ausgesucht haben, tschechow-typisch handlungsarm und die im Ursprung sieben Stunden lange Darstellung auf gute zwei gekürzt. Der Zyniker Platonow geht am Ende an seiner Entscheidungsunfähigkeit zugrunde. Für das Ensemble sei aber genau das der Grund gewesen, sich für dieses Stück zu entscheiden, ist nachzulesen, sich den Schwierigkeiten des Lebens zu stellen und das eigene Ding durchzuziehen. Auf der Waldbühne haben sie das ohne Zweifel getan. - rudi

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare