Serie: Gut gekauft?

Thalia: Buchhandlungen kämpfen mit der Digitalisierung

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Sabine Geburzky, Filialleiterin von Thalia in Lüdenscheid, sieht ihre Buchhandlung gut gewappnet für das digitale Zeitalter.

Lüdenscheid - In Zeiten von Smartphones, Tablets und E-Books scheint das gebundene Buch immer mehr auf das Abstellgleis zu geraten. Kleine Buchhandlungen sind in Lüdenscheid in den vergangenen Jahren nach und nach von der Bildfläche verschwunden, als Platzhirsch ist einzig Thalia übrig geblieben. Doch auch die beliebte Buchhandlung hat mit der Digitalisierung zu kämpfen.

Vor wenigen Monaten zog die von Sabine Geburzky geführte Filiale innerhalb des Stern-Centers um und ist nun räumlich deutlich kleiner. „Es ist eine Reaktion auf den Wandel, den wir erleben“, erklärt Geburzky. Und dieser Wandel sei in vielen Bereichen spürbar, erzählt die Hagenerin. 

Thalia sei allerdings durch seine Verknüpfung von „stationär“ und „online“ mit den reinen Online-Händlern durchaus konkurrenzfähig. So erlebe man, dass sich vor allem das Konsumentenverhalten ständig ändere. Es sei zu beobachten, dass Kunden immer mehr Wert auf Individualität und Flexibilität legten. Und genau darauf wolle Thalia vermehrt eingehen – egal ob im Laden oder im Internet. 

"Legen Wert auf Beratung vor Ort"

„Wir legen aber nach wie vor sehr viel Wert auf eine kompetente Beratung vor Ort“, betont Geburzky. Seit dem Umzug innerhalb des Stern-Centers war laut Geburzky die Resonanz der Kunden durchaus gut. „Es ist hier deutlich übersichtlicher“, findet etwa Jolina Günther. Die 15-jährige Schülerin des Zeppelin-Gymnasiums geht gerne zu Thalia und stöbert ein wenig. 

„Man muss schon sagen, dass sich im digitalen Zeitalter einiges verändert hat. Aber gut besucht ist unsere Filiale trotzdem“, sagt Geburzky. Das liegt im Fall von Thalia aber auch an dem breiten Sortiment und der Fülle an Angeboten: „Der Schulbuchhandel ist natürlich ein großer Zweig. Es gibt aber auch viele Weitere“, sagt Geburzky. 

Thementische und Regionalwand

Große Nachfrage herrscht zum Beispiel beim „Tolino“, dem E-Reader der Thalia-Kette. Unter anderem kaufen viele Kunden aber auch noch Bücher zum Verschenken. „Das ist nach wie vor sehr beliebt“, erklärt Geburzky, die in ihrer Filiale auch Wert auf einen regionalen – beziehungsweise lokalen – Bezug legt. Es gibt verschiedene Thementische und die sogenannte Regionalwand, an denen man etwa Sauerland-Krimis findet. 

Doch selbst wenn ein Kunde weder etwas für sich noch für seine Liebsten kaufen möchte, so besteht auch weiterhin die Möglichkeit, einfach nur zu stöbern. „Sehr viele Menschen kommen hierher und schauen einfach nur. Sie setzen sich kurz hin, blättern in einem Buch herum und möchten einfach nur kurz abschalten. Auch das ist möglich“, betont Geburzky. 

Rezensionen auf Klebezetteln

Sehr wichtig ist bei Thalia aber vor allem der Kontakt zwischen Kunden und Verkäuferinnen und Verkäufern: Lesebegeisterte können bei ausgewählten Werken auf einen besonderen Service der Buchhandel-Kette zurückgreifen. Einige Verkäufer schreiben nämlich zu Büchern, die sie erst kürzlich gelesen haben, Rezensionen. Diese Rezensionen stehen dann auf einem kleinen Zettel, der an ein Exemplar im Laden geklebt wurde. 

Geburzky ist sich indes sicher, dass der Buchhandel nicht die einzige Branche ist, die sich durch das Internet maßgeblich verändert hat. Unsicher sei hingegen, wie es sich weiter verändern wird. Auf die jüngste Entwicklung habe sich Thalia unlängst durch ihren Umzug innerhalb des Stern-Centers eingestellt.

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