Kurzfristig auf der Tagesordnung im Ausschuss für Klima und Umweltschutz

Teuerster Grillplatz im MK, aber 250 Meter unvollendeter Weg

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Im Honsel sollen Gewässerrenaturierung und Spielplatzumbau im September/Oktober beendet sein. Beim Grillplatz besteht kein Zeitdruck, aber beim unvollendeten Weg angesichts der Jahreszeit schon. Die 250 Meter lange „Lücke“ muss geplant, die Kosten müssen berechnet werden.

Nicht zu Ende gedacht, nicht zu Ende gebaut: Die Stadtteilkonferenz vor einer Woche sorgte nicht nur im Honsel für Unverständnis, Unmut und Verwunderung. Die Aussage, dass der neue Weg durch den Park aus Geldmangel vorerst nicht weiter gebaut werden könne, irritierte, ebenso die Ankündigung, Lösungen für weitere Probleme „im April bei der nächsten Stadtteilkonferenz mitzubringen“.

Lüdenscheid - Auf Nachfrage kündigte die Stadtverwaltung inzwischen zumindest an, das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz am Mittwoch, 8. September, zu setzen (18.30 Uhr, Ratssaal).

Bis dahin gibt es zwei gute Nachrichten. Gewässerrenaturierung: In der kommenden Woche sollen die Arbeiten weitgehend abgeschlossen sein. Die „vegetationstechnischen Arbeiten“ wie Fräsen, Abziehen, Ansaat, Nachpflanzung der Verkehrsinseln folgen bis Ende September. Der Kinderspielplatz wird Ende Oktober fertig.

Bleiben die Probleme Weg und Grillplatz. Zum Weg teilt die Stadt mit: „Rückblickend wäre es sicherlich wünschenswert gewesen, im Vorfeld in den beteiligten Bereichen der Stadtverwaltung und in den politischen Gremien über eine Weiterführung des Weges aus städtischen Mitteln zu diskutieren.“ Das solle nun im Umweltausschuss geschehen.

Fußweg verschoben und neu angelegt

Dass der Weg überhaupt zum Problem geworden ist, erklärt die Verwaltung so: „Im Zuge der Renaturierung musste der Bachlauf um den Teich geführt werden. Dazu wurde der Weg auf dieser Länge verschoben und neu angelegt.“ Das sei ursprünglich nicht geplant gewesen. Den eigentlichen Wegebau könne man auch nicht aus den Fördergeldern bezahlen. Wie teuer die zusätzlichen, und damit in der Kalkulation fehlenden, rund 250 Meter Wegstrecke werden, soll bis zur Ausschusssitzung ermittelt werden. Schäden, die Baufahrzeuge im Übergang vom alten zum neuen Weg verursacht hätten, werde die Baufirma „in den nächsten Tagen“ reparieren und den Anschluss wieder herstellen.

Grillplatz als Angebot an Menschen ohne Garten

Der Grillplatz: Dazu gebe es einen Beschluss „aus den politischen Gremien“, weil das Gelände als gut geeignet gilt. Das Angebot richte sich vor allem an Menschen, die keinen eigenen Balkon oder Garten hätten, auf dem sie bei schönem Wetter grillen könnten. „Viele Nachbarkommunen bieten bereits öffentliche Grillplätze an“, sagt Marit Schulte-Zakotnik. Dem Beispiel will man folgen. 100 000 Euro seien „aktuell“ dafür im Haushalt eingestellt. Das Geld fließt nicht nur in die Herrichtung eines Grillplatzes. Abfälle, Parkplätze und Toiletten gelten bislang als ungelöste Probleme. Wie andere Kommunen das und mehr (Registrierung der Nutzer, Pflege der Umlage) lösen, will die Stadt nun recherchieren. Entscheidungen sollen „noch in diesem Jahr angestrebt“ werden. Ob eine Entscheidung sein könnte, die 100 000 Euro für den Grillplatz erst einmal für den dringlicheren Weg zu nutzen, könnte auch Thema der politischen Diskussion im Ausschuss werden.

Die Umgestaltung hat eine lange Vorlaufzeit. 2015 deutete sich an, dass sich die Situation in der kleinen Grünanlage parallel zur Straße mithilfe von EU-Fördergeldern verbessern lassen könnte. Rund um das Kern-Thema Bach-Renaturierung sah die Stadt Handlungsbedarf für den Spiel- sowie einen Grillplatz, den sich, so der Tenor damals, viele Bürger wünschten. 2018 wurde die Renaturierung bewilligt, aber die Fördergelder flossen erst 2019. Dann kam Corona, und im Mai 2021 ging es dann los mit den Bauarbeiten. Die Kostenschätzung von August 2018 belief sich auf 300 000 Euro. Bis heute sind die Projektkosten auf rund 716 000 Euro gestiegen. Die Stadt spricht von Maßnahmen, die man unterscheiden müsse: bei der Gewässerrenaturierung (90-prozentige Förderung), Umgestaltung Spielplatz (städtische Mittel), öffentlicher Grillplatz (städtische Mittel).

Die detaillierte Grillplatzplanung ist also, neben der Wegeplanung, noch offen. Sie soll „nach einer Abstimmung aller beteiligten Bereiche im Rathaus“ nochmals vorgestellt werden – auf der nächsten Stadtteilkonferenz.

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