Teure Technik füllt die Spardose

LÜDENSCHEID ▪ Die Kreuzungs-Ampeln vor der Mündung des Rathaustunnels am Fuß des Sauerfeldes haben Pionierfunktion – und die Feuerprobe bestanden. Nun geht es weiter: Gibt eine Ampel irgendwo im Stadtgebiet den Geist auf und muss repariert werden, rücken die Techniker der Firma Jungkurth im Auftrag der Stadt an und tauschen die alten Teile gegen modernste Technik aus. In diesen Tagen war die Anlage an der Bahnhofstraße/Einmündung Martin-Niemöller-Straße an der Reihe.

Das Zauberwort heißt LED. Die neuartige Beleuchtung zeichnet sich laut Ewald Jungkurth durch eine „homogene, helle Lichtabstrahlung“ aus. Damit sind die Zeiten des „Phantomlichts“ abgelaufen. Nur dort, wo noch die alten Ampeln stehen, rätseln Autofahrer, die in die Tiefstehende Sonne blinzeln, ob sie Rot, Gelb oder Grün haben und fahren erst los, wenn sie von hinten angehupt werden. Ein weiterer Vorteil laut Jungkurth: LED-Lampen sind langlebiger als ihre Vorgänger.

Und der wichtigste Aspekt für die Stadt und ihre Steuerzahler: Die neuen Ampeln verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Energie als die alten. Die Anschaffungskosten – auf dem Eselsrücken belaufen sie sich aktuell auf mindestens 50 000 Euro – dürften sich also mittelfristig über die Energieeinsparung amortisiert haben.

Mit dem Bau der neuen Ampeln werden nach und nach auch die alten Induktionsschleifen unter dem Asphalt ausgedient haben, die der Steuerungseinheit signalisieren: Hier steht ein Auto, bitte auf Grün schalten! Diese Aufgabe übernimmt in der neuen Generation die sogenannte Videodetektion. Kameras, vandalismussicher in mehr als fünf Metern Höhe an den Ampelmast geschraubt, erfassen die Fahrzeugflüsse und geben die Befehle an die Steuerung.

Auch hierdurch entstehen laut Ewald Jungkurth Einsparpotenziale. Denn die „Verwalkungen der Fahrspuroberfläche“ – also Spurrillen – seien der allmähliche Tod der Induktionsschleifen. „Jungkurth: „Die Schleifen werden schlicht und einfach zerquetscht.“

Vom LED-Effekt profitieren auch Fußgänger. Denn auch die Ampelscheiben mit den roten und grünen Männchen werden nach und nach ausgetauscht, damit sie bei allen Lichtverhältnissen sicher zu erkennen sind. Und nicht nur das. Die neuen Männchen sind dicker als die alten – so wie am Fußgängerüberweg an der Kirche St. Joseph und Medardus am Sauerfeld. Herzlich Willkommen, ihr DDR-Ampelmännchen.

Olaf Moos

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