Fall aus Lüdenscheid

Amazon-Inkasso! Frau aus MK wendet sich verzweifelt an Hotline - und bekommt Ratschlag

Jetzt also die Inkasso-Masche: Dutzendfach werden derzeit Bürger aus dem Märkischen Kreis um ihr Geld gebracht. Neben vermeintlichen Lotto-Schulden haben Betrüger jetzt Amazon-Kunden ins Visier genommen. Nach einer teuren Rechnung rief eine Frau aus Lüdenscheid bei Amazon an - und bekam einen gutgemeinten Ratschlag.

Wie die Polizei im MK mitteilte, hatte die Frau aus Lüdenscheid (56) bereits zum dritten Male Mahnschreiben wegen angeblicher Forderungen des großen Online-Händlers Amazon bekommen. Sie stammten von verschiedenen Inkasso-Unternehmen. Mehrfach setzte sich die Lüdenscheiderin mit dem Amazon-Kundenservice in Verbindung. Immer wieder kam von dort die Auskunft, dass es keine Forderungen gegen sie gebe. Ein Betrugsversuch liege nahe. Daher riet Amazon der Frau zur Anzeige bei der Polizei. Dem folgte die Frau am Mittwoch. So wurde dieser Fall öffentlich. Die Polizei vermutet auch hier eine hohe Dunkelziffer.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Zurzeit häufen sich im ganzen Kreisgebiet Anzeigen wegen gefälschter Mahnungen - zumeist wegen angeblich nicht gezahlter Gebühren für die Teilnahme an Lotterien. Vielfach soll das Geld auf ein griechisches Konto überwiesen werden. Der genannte Gläubiger ist ebenso erfunden wie das Inkasso-Büro.

Allein in den vergangenen zehn Tagen seien 20 Betrugsversuche per Mahnschreiben angezeigt worden, sagte Polizeisprecher Christof Hüls am Donnerstag (5. August). In 13 Fällen sollten vermeintliche Lotto-Schulden eingetrieben werden - das sogenannte Lotto-Inkasso. Drei Betrugsversuche betreffen angebliche Amazon-Rechnungen. In einem Fall bezogen sich die Schreiben auf Ebay, in einem auf eine Telefongesellschaft, in einem auf ein Sportbekleidungsgeschäft und in einem speziellen Fall auf eine Gerichtsforderung.

Und es gibt auch andere Fälle: Ein echtes Inkasso-Büro schickte einer Lüdenscheiderin eine Mahnung. Allerdings hatte sie das angeblich nicht bezahlte Drei-Monats-Abo gar nicht abgeschlossen. Auch die Adresse und das angegebene Geburtsdatum stimmten nicht. Die Frau erstattete Anzeige wegen Betrugs.

Die Polizei rät, Inkasso-Schreiben sehr genau zu prüfen - auch wenn die Briefe bereits sehr scharf formuliert sind und Druck ausüben, „umgehend“ zu zahlen. Berechtigte Forderungen müssen genau aufgeschlüsselt sein. Im Zweifelsfall können sich Betroffene an die Verbraucherberatung wenden und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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