Teure Pensionierung für die Stadt Lüdenscheid

Pensionierung: Marion Ziemann.

LÜDENSCHEID -  Die Technische Beigeordnete Marion Ziemann geht Ende März in den Ruhestand. Dies nahm der Stadtrat am Montag kommentarlos zur Kenntnis. Mit dem 31. März endet Ziemanns zweite Amtszeit. Insgesamt stand sie seit 1995 als Referentin und dann ab 1998 für zwei Wahlperioden, also 16 Jahre lang, als Beigeordnete in den Diensten der Stadt.

Die frühere Baudezernentin wird nun als noch junge Frau und fünffache Mutter zu einer für die Stadt teuren Ruheständlerin, denn die Stadt muss ihre Pension bis ins Rentenalter voll bezahlen, jährlich eine hohe fünfstellige Summe. Dies hat sich Ziemann indes nicht selbst ausgesucht: Im Sommer letzten Jahres erklärte sie, eine weitere Amtszeit absolvieren und damit eine Gegenleistung für ihr Einkommen erbringen zu wollen. Doch das war nicht mehr gewünscht: „Einer Wiederwahl stehen haushaltsrechtliche Gründe entgegen“, hieß es jetzt knapp in der Mitteilung.

Denn der Stadtrat hatte mit der Rathaus-Reform von 2011 die alte Regelung von vier Wahlbeamten an der Spitze der Verwaltung aufgegeben. Es soll nur noch zwei Beigeordnete geben, die Leitung der beiden anderen Fachbereiche sollen Beamte oder Angestellte übernehmen.

Dann aber fiel auf, dass Marion Ziemann im April 2012 nach sieben Jahren Elternzeit – sie hatte zu ihren zwei Kindern Drillinge zur Welt gebracht – Anspruch auf die Rückkehr als Beigeordnete mit eigenem Geschäftsbereich hatte. Es gab großen politischen Streit, weil dies im Reformprogramm nicht berücksichtigt worden war.

Gebildet wurde für Ziemann schließlich der Fachbereich 1a: Fortan war sie in 25 Wochenstunden zuständig für die Wirtschaftsförderung, den Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb (STL), den Stadtentwässerungsbetrieb SEL und die neue „Projektstelle Demografie“.

Mit der Verabschiedung des Haushaltssicherungskonzepts 2012 setzte der Rat indes die Verwaltungsreform um – und hinter Ziemanns Stelle den Vermerk „künftig wegfallend“. Damit war der jetzt anstehende Schritt klar.

Der Fachbereich 1a soll nach ihrem Ausscheiden aufgelöst werden. Die Demografie wird dem Geschäftsbereich des Bürgermeisters zugeordnet, die Wirtschaftsförderung, SEL und STL sollen 2014 dorthin zurückkehren.

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