Erste Bilanz nach Erhöhung des Bußgeldes

Die teuerste Zigarette seines Lebens: Raucher muss 128,50 Euro bezahlen

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128,50 Euro kostete in den letzten fünf Monaten einige Raucher nur eine Zigarette. 

Lüdenscheid - Mehr als 1700 Euro nahm die Stadt in den vergangenen fünf Monaten durch Umweltsünder ein, die ihre Zigarette auf die Straße fallen ließen beziehungsweise aus dem Auto hinaus schnippten.

Im Juli dieses Jahres war der Bußgeldsatz in Lüdenscheid neben vier anderen Städten im Märkischen Kreis (Köln, Mönchengladbach, Essen und Krefeld) auf 100 Euro und damit auf den höchstmöglichen Bußgeldsatz angehoben worden. In 17 Fällen sind seitdem Umweltsünder erwischt worden.

„Wir sind der Überzeugung, dass eine Verbesserung leider nur über den Geldbeutel möglich ist“, hatte Oliver Fröhling (CDU) damals im Hauptausschuss zum Antrag seiner Fraktion gesagt, der schließlich bewilligt wurde.

Pressesprecher Sven Prillwitz erklärt zu dieser ersten Bilanz nach gut einem halben Jahr: „Häufig werden die Zigaretten aus dem Auto herausgeworfen und die Täter von einer Motorrad-Streife erwischt.“ Die Polizei halte den Umweltsünder dann direkt an, nehme die Personalien auf und leite diese an das Ordnungsamt weiter. Allerdings suche das Ordnungsamt zusätzlich auch regelmäßig vielbesuchte Plätze in der Stadt, wie den Rathaus- oder Sternplatz, auf, um dort zu kontrollieren.

Bezüglich der Reaktionen erklärt Prillwitz: „Es ist alles dabei, von ernsthaftem Bedauern bis hin zu einem Verweigern, die Personalien zu nennen. Und auch, wenn es vorkommt, dass Leute verärgert sind und laut werden, zeigt die Mehrheit doch Einsicht.“ Zu den 100 Euro Bußgeld kommt eine Verwaltungsgebühr von 28,50 Euro hinzu. In Mönchengladbach mussten bisher 45 Kippen-Sünder Strafe zahlen und in Köln neun, wie es in einem Bericht der Rheinischen Post hieß.

Auch für anderen Unrat wie Kaugummi, den Umweltsünder auf die Straße fallen lassen, wurde das Bußgeld erhöht. In diesen Fällen ist bisher jedoch noch niemand bei der Stadt Lüdenscheid aktenkundig geworden, wie Sven Prillwitz erklärt. Gleiches gilt für illegale Altölentsorgung, die mit bis zu 50 000 Euro bestraft werden kann. „Es gibt eher einen gefühlten Trend, dass Mülltüten oder gelbe Säcke einfach irgendwo entsorgt werden, zum Beispiel an Grünstreifen oder an Wertstoffsammelstellen“, sagt Prillwitz.

Insgesamt stellte die Stadt Lüdenscheid in diesem Jahr 140 Umweltverstöße fest, für die ein Bußgeld gezahlt werden musste. In der zweiten Jahreshälfte wurden trotz des erhöhten Bußgelds mehr Sünder erwischt. In der ersten Jahreshälfte waren es 58, wodurch die Stadt eine Summe von 10 576 Euro einnahm und in der zweiten kam es bisher zu 82 Verstößen, bei einer Bußgeldsumme von 23 263 Euro. Sie hat sich mehr als verdoppelt.

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