Teuerste Druckerpatrone der Stadtgeschichte

Lüdenscheid - Es dürfte die teuerste Druckerpatrone der Stadtgeschichte werden. Das Verfahren gegen den 69-jährigen Lüdenscheider Kaufmann, der am 20. Mai wegen Ladendiebstahls im Saturn-Markt verurteilt wurde, zieht sich weiter in die Länge. Der für Freitag anberaumte Berufungsprozess am Landgericht Hagen ist abermals vertagt.

Derweil verdichten sich Anzeichen dafür, dass der Verteidiger des Angeklagten, der jede Schuld von sich weist, inzwischen außergerichtlich Bemühungen unternommen hat, seinen Mandanten ohne Eintrag ins Vorstrafenregister aus der Sache herauszupauken.

Lesen Sie dazu auch:

- "Honoren Mann" beim Klauen erwischt

- 69-Jähriger geht in Berufung

- Ladendiebstahl: „Honoriger Mann“ kämpft weiter

Nach LN-Informationen soll Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Krekeler dem Gericht vorgeschlagen haben, das Verfahren gegen Zahlung einer großzügigen Summe vorläufig einzustellen. Im Gespräch sind angeblich 3000 Euro. Voraussetzung für ein Verfahrensende ohne Urteil wäre das Einverständnis der Staatsanwaltschaft.

In Justizkreisen kursieren derweil Zahlen. Die Druckerpatrone, die der als „honoriger Mann“ bezeichnete Angeklagte geklaut haben soll, kostete 29,99 Euro. Die Verfahrenskosten inklusive Honorare für drei Verteidiger und die Zahlung gegen eine vorläufige Einstellung summieren sich demnach auf mindestens 10.000 Euro.

Der Prozess findet nun am 2. März, 9.30 Uhr, im Saal 363 des Hagener Landgerichts statt. - von Olaf Moos

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare