Plädoyer für Testpflicht für Kita-Kinder im MK

Mutter und Kind warten daheim auf das Ergebnis von einem Corona-Selbsttest
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Mutter und Kind warten daheim auf das Ergebnis von einem Corona-Selbsttest

Covid-Tests für Kinder, die in Kindertagesstätten betreut werden, sollten verpflichtend sein. Außerdem sollten für die Kleinen statt der handelsüblichen Selbsttests kindgerechte Lösungen wie Wangenabstriche, Spuck-, Lolli- oder Gurgeltests zur Verfügung stehen. Dafür setzt sich CDU-Ratsherr Daniel Kahler ein – und will dazu in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses eine Anfrage an den Bürgermeister richten.

Lüdenscheid - In seiner Anfrage schreibt Kahler dazu unter anderem: „Da Covid-Tests bei Kita-Kindern bislang freiwillig sind, zu Hause erfolgen sollen und häufig nicht kindgerecht dimensioniert sind, muss davon ausgegangen werden, dass viele Kinder bislang nicht getestet werden. Diese Rückschlüsse lassen sich unter anderem aus den Kommentaren von zahlreichen Eltern in den sozialen Medien ziehen.“

Angesichts der hohen Inzidenzen bei Kindern im Alter von null bis vier Jahren in Höhe von 151 und im Alter von fünf bis 14 Jahren von 312 pro 100 000 Personen innerhalb von sieben Tagen im Märkischen Kreis (Stand: 25. April sollten Tests nach Auffassung des CDU-Ratsvertreters verpflichtend sein. „Nur so können sichere Kita-Besuche ermöglicht werden.“

Testpflicht in Mannheim schon eingeführt

Der deutsche Kita-Verband fordert laut Kahler eine Testpflicht von Kita-Kindern ab einer Inzidenz von 100. Die Testpflicht sei in Städten wie Mannheim, Schwäbisch Gmünd, Rastatt oder auch im Kreis Böblingen eingeführt worden. Kahler: „Die Inzidenz in diesen Städten lag zum Start der Pflicht jeweils unter der heutigen in Lüdenscheid.“

Viele Eltern schrecken davor zurück, ihre Kinder mit handelsüblichen Selbsttests zu testen.

Daniel Kahler

Wichtig ist dem Kommunalpolitiker auch eine „problemlose Anwendung“ von Tests bei Kleinkindern. „Viele Eltern schrecken davor zurück, ihre Kinder mit handelsüblichen Selbsttests zu testen. Bei diesen Tests müssen die Stäbchen in der Regel tief in die Nase oder in den Rachen eingeführt werden.“

Um Kindertagesstätten geht es auch in einem Antrag der Fraktion Die Linke. Laut Jupp Filippek und Otto Ersching soll die Beratung über den Ausbau der Kita Buckesfeld und die Erweiterung der Kita Abenteuerland an der Brüderstraße öffentlich stattfinden. Bislang steht das Thema im nichtöffentlichen Teil der Tagesordnung.

Die Linken wenden sich in ihrem Papier gegen die Praxis der Privatinvestition beim Bau neuer Einrichtungen, „Die letzte städtische Einrichting wurde 1991 im Wermecker Grund eröffnet.“ Ansonsten würden vermehrt private Investoren ins Spiel gebracht, die preisgünstig Grundstücke kaufen, Kitas bauen und sie an die Stadt vermieten – wie an der Freiherr-vom-Stein-Straße oder an der Bahnhofsallee.

Private Partnerschaften schaden der öffentlichen Hand

In dem Antrag heißt es klassische öffentlich-private Partnerschaftsprojekte brächten nur kurzfristig scheinbare Vorteile, schadeten aber langfristig der öffentlichen Hand. „Zu Recht hat der Kämmerer von Jahren von einer solchen Politik abgeraten.“

Die FDP-Fraktion will am Montag drei Änderungsanträge in den Ausschuss einbringen. Damit wollen die Liberalen unter anderem das Beteiligungsverfahren für Bürger bei der Umgestaltung des Kulturhausgartens festlegen und die Zuständigkeit für das Projekt in die Hände des Haupt- und Finanzausschusses legen. Außerdem schließt sich die FDP dem ÖDP-Vorschlag an, mehr Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden zu bauen.

Der Ausschuss tag am Montag um 17 Uhr im Theatersaal des Kulturhauses.

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