"Provokatives Schattenwesen"

Testläufe für Lüdenscheider "Lichtrouten" beginnen

LÜDENSCHEID - „Ich fühle mich als ein Teil des Ganzen“, sagt der heimische Unternehmer Yves Bubert. Und er fühlt sich nicht nur so – er fasst auch tatkräftig mit an. Der Beitrag des Friseurs und seines Teams wird zu den Lichtrouten ein schwebender.

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„Sogar ein bisschen provokativ“, verrät Bubert mit Blick auf eine ganz besondere junge Dame, die am Samstagabend in der Stadt tanzt. Eine Tänzerin habe er in seiner Agentur bestellt, so Bubert. Kommen wird Filiz. Im Friseursalon am Graf-Engelbert-Platz kümmert sich Samstagnachmittag das Team darum, die Performance-Künstlerin zu einem Schattenwesen zu machen mit schwarzen Federn in einer Flügelspannweite von drei Metern und einem Catsuit, an dem 500 LEDs blitzen. Wenn das Tageslicht verblasst und die Nacht kommt, schwebt die Künstlerin durch die Stadt und bis zur Bahnhofsallee, wird tanzen, auf sich und die Lichtkunst aufmerksam machen.

Das Kostüm hat Maria Felix-Groll entworfen – nur für diesen einen Auftritt. „Danach kommt das in unseren Fundus“, sagt Bubert. Gezielte Werbung für seinen Salon will er nicht machen. Sein Herz schlage schon immer für die grenzübergreifende Kunst zwischen Licht, Frisur und Kostüm.

Inzwischen sind die Künstler und Designer aus aller Welt in Lüdenscheid eingetroffen. Großbildprojektoren, Hochleistungsbeamer, Lichtwellenleiter, W-Lan-Funkstrecken und weiteres Spezialequipment sind im Einsatz, um Fassadenprojektionen, Architektur-Mappings und viele weitere Kunstformate umzusetzen. Nur zehn Tage läuft das hochkarätige, internationale Ausstellungsprogramm. Spektakuläre Licht- und Medienkunstprojekt liefern das deutsche Team Detlef Hartung und Georg Trenz mit seinen drei-dimensionalen Texturen, das amerikanische Team Annica Cuppetelli und Cristobal Mendoza mit einem reaktiven Mapping von textilen Strukturen oder das französische Team „Atsara“ mit seiner Installation in der ehemaligen Holzhandlung Damrosch.

Gezeigt werden künstlerische Positionen wie die von Jürgen Albrecht oder Jakob Mattner. Zu sehen ist auch eine ortsspezifische Arbeit der Niederländerin Diana Ramaekers, die zu wenigen Künstlerinnen gehört, die Licht zu ihrem zentralen Material gemacht hat. Im Programm sind nicht nur großformatige Projektionen, sondern auch kleine wie die von Amy Youngs.

Erstmals in diesem Jahr werden historische Lichtkunstwerke neben zeitgenössischen Arbeiten gezeigt. Der älteste der teilnehmenden Künstler ist der deutsche Vollrad Kutscher (*1945), der jüngste der türkische Mediendesigner Refik Anadol, geboren im Jahr 1982.

Vor zehn Jahren gehörten die Lichtrouten in Lüdenscheid zu den ersten Festivals des Lichts, die eine Plattform für Künstler aus aller Welt geworden ist. Heute, zehn Jahre später, präsentiert es sich als Kunst– und Medienfestival, das das Thema Licht als ästhetische Herausforderung thematisiert. Dabei steht die Faszination für das, was Licht alles kann, im Vordergrund. - rudi/PSL

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