"Veranstalter sind kulant"

Terror und Finanzkrise: Reisende sind verunsichert

Annette Kirmse warnt vor Reisen nach Tunesien.

Lüdenscheid - Stornierungen und Umbuchungen beschäftigten am Montag die Mitarbeiter vieler Lüdenscheider Reisebüros. Der Terroranschlag von Tunesien, bei dem am Freitagnachmittag 39 Urlauber starben, sorgt für Angst und Schrecken.

Eine Stornierung und eine Umbuchung hatte Susanne Kontze bereits am Montagmittag zu vermelden. „Unsere Kunden sind aufgrund der aktuellen Ereignisse bestürzt. Wenn die Medien einen Terroranschlag und viele Tote melden, dann kann keine Urlaubsstimmung aufkommen – das ist doch klar und verständlich“, erklärt Susanne Kontze vom DER Deutsches Reisebüro am Rathausplatz.

Auch im First Reisebüro an der Wilhelmstraße und im Reisebüro Kattwinkel am Rathausplatz bearbeiteten die Mitarbeiter viele Stornierungs- und Umbuchungswünsche ihrer Kunden. „Die Veranstalter sind kulant. Stornierung und Umbuchung sind wegen des Terroranschlags ganz unkompliziert“, berichtet Sabrina Jakubowski (First Reisebüro). Problematisch werde es nur für die Reisenden, die ihren Tunesienurlaub erst für Oktober oder November gebucht haben. Jakubowski: „So lange im Voraus treffen die Reiseveranstalter noch keine Entscheidungen. Wenn sich ein Kunde entscheidet, dass er die Reise definitiv nicht antreten will, muss er die normalen Umbuchungs- oder Stornierungskosten in Kauf nehmen.“

Bewusst vor Reisen nach Tunesien gewarnt

Annette Kirmse vom Reisebüro TUI Travelstart erklärt, dass sie schon seit Jahren von Reisen nach Tunesien abgeraten hat: „Wir haben unsere Kunden bewusst auf die angespannte und gefährliche Lage hingewiesen und deutlich gesagt, dass wir eine Reise dorthin nicht empfehlen. Es ist doch unsere Pflicht, unsere Kunden so zu beraten.“ Natürlich gebe es auch Kunden, die dem Ratschlag nicht folgen und trotzdem eine Reise nach Tunesien buchen – „aber das sind Ausnahmen.“

Sorgenvoll schaut Annette Kirmse aber auch nach Griechenland. Die sich immer mehr zuspitzende Finanzkrise und die gescheiterten Rettungspläne der EU haben zwar noch nicht für Umbuchungen und Stornierungen gesorgt, aber: „Keiner kann sagen, wie es weitergeht. Wenn sich die Lage weiter verschlechtert, dann wird das auch katastrophale Auswirkungen auf den Tourismus haben. Das wäre der Supergau für alle Beteiligten.“ Umbuchungen habe sie bisher noch keine entgegengenommen, berichtet Annette Kirmse.

Mit Umsicht behandelt auch Susanne Kontze das Thema „Griechenland“. „Wir werden von den Veranstaltern täglich informiert, wie sich die Lage gestaltet. Aber das alles verändert sich von Tag zu Tag. Wir müssen das Ganze gut beobachten.“ Rückfragen von Kunden, die einen Griechenlandurlaub gebucht haben, gebe es noch nicht. „Wir haben auch nach wie vor Anfragen für Reisen in die Region.“

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