Berlin, Stuttgart, Lüdenscheid: Corona-Demo gegen Maskenpflicht

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Proteste gegen die Corona-Maßnahmen des Staates gab es am Samstag in Lüdenscheid.

Lüdenscheid - Nicht nur Berlin, Dortmund und Stuttgart – Proteste gegen die Corona-Maßnahmen des Staates gibt es – in kleinerem Maßstab – seit Monaten auch in Lüdenscheid. Zunächst in Form von „stillen Meditationen für das Grundgesetz“. Am vergangenen Samstag dann in Gestalt einer Kundgebung mit Reden, Musik und Bannern.

Rund 20 Teilnehmer hatten sich bei sengender Hitze rund um einen Pavillon im Rosengarten versammelt. Bis zu 50 hätten es laut behördlicher Auflagen sein dürfen. Den öffentlichen Bürger-Auftritt angemeldet hatte erneut der Herscheider Stefan Radtke. Der trat im LN-Gespräch immer wieder in Politik und Medien geäußerten Spekulationen über die Corona-Demonstranten entgegen: „Wir sind keine Rechten.“

Speziell die aktuellen Entwicklungen in Sachen Corona bildeten den Hintergrund des Protests. Also die Diskussion über eine zweite Welle sowie die beschlossene Maskenpflicht an Schulen. Die Teilnehmerschar am Samstag war gemischt, ihre weltanschauliche Heimat nicht klar zu verorten.

Allerdings hatte die Zusammenkunft auch einen bekannten Lüdenscheider Rechtsaußen-Politiker angelockt. Die Forderungen, die an diesem Nachmittag zu vernehmen waren, klangen indes nicht rechtslastig, ausgrenzend oder autoritär. „Mundschutz macht uns nicht mundtot“, „Grundrechte schützen“, „Maskenfreiheit für unsere Kinder“, „finanzielle Sorgen machen krank“ – so war es da zu hören und zu lesen. Verbunden mit Bedenken gegen einen eventuellen künftigen „Impfzwang“ und einer „weltweiten Panikmache“.

Kritik gab es außerdem an der Bericherstattung vieler Medien, die einem Virus-Alarmismus Vorschub leiste. Und der sei unangebracht, findet Stefan Radtke: „Es ist doch klar, dass man bei mehr Tests auch mehr Infektionen entdeckt.“ Er und seine Mitstreiter im Rosengarten leugnen das Corona-Virus nicht: „Wir sind aber überzeugt, dass die Corona-Maßnahmen völlig unverhältnismäßig sind.“ Der Lockdown habe für Menschen aller Generationen gravierende gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen.

Zur Einordnung: Bei einer Bevölkerung von 18 Millionen Menschen zählt der Land Nordrhein-Westfalen seit Beginn der Pandemie circa 51 000 Corona-Fälle. Davon gelten mehr als 45 000 Betroffene wieder als genesen. Knapp 1800 Menschen sind in NRW in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die aktuelle Zahl der Infizierten liegt bei unter 4000.

Im Märkischen Kreis sind derzeit um die 60 Personen mit dem Virus infiziert. Zuletzt waren die Zahlen wieder gestiegen. Die heimischen Widerständler gegen die Corona-Maßnahmen wollen ihre Proteste auf jeden Fall fortsetzen. Das kündigten Radtke und andere Demo-Teilnehmer am Samstag an. Angepeilt dabei: weitere Aktionen in Lüdenscheid und die Beteiligung an der nächsten Corona-Demo am 29. August in Berlin.

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