"Technologiewandel" in Lüdenscheid

Lichtfabrik Erco entlässt 60 Mitarbeiter

Die Lichtfabrik Erco am Brockhauser Weg.

LÜDENSCHEID ▪ Die Lüdenscheider Lichtfabrik Erco baut 60 von insgesamt 700 Arbeitsplätzen ab. Das teilten Geschäftsführung und Betriebsrat der Belegschaft am Mittwoch im Rahmen einer Informationsveranstaltung mit.

Hintergrund der Entlassungen, die nach Angaben des Unternehmens sozialverträglich gestaltet werden sollen, seien strukturelle Anpassungen, die durch den Technologiewandel von konventionellen Leuchten hin zur LED-Technik erforderlich seien.

Schon im Juli waren angelaufene Planungen zu einem großen Erco-Familienfest mit Blick auf die Umstellungsphase gestoppt worden. Nun nannte das traditionsreiche Unternehmen erstmal konkrete Auswirkungen des Wandels: „Die Erco Lichtfabrik steht als Premiumanbieter seit Jahrzehnten für leistungsfähige Lichtlösungen mit jeweils aktuellster Technologie.

Entsprechend hat sich das Unternehmen frühzeitig das Leitbild ,100% LED’ gegeben und arbeitet seit 2006 konsequent an der Digitalisierung des mehrere Tausend Leuchten umfassenden Produktprogramms“, teilte Erco mit. Die Geschäftsführung rechne damit, dass der Anteil von digitalen LED-Leuchten am Umsatz gegen Ende des Jahres bereits bei 50 Prozent liegen werde – Tendenz weiter steigend. Damit liege Erco weit über dem Branchendurchschnitt und könne in der Summe den Umsatz weiter steigern. Zeitgleich gehe allerdings bei den konventionellen Leuchten die Nachfrage zurück.

Zusammen mit veränderten Wertschöpfungsprozessen für digitale Produkte ergebe sich daraus eine Unterauslastung der direkten und indirekten Fertigungsbereiche – sprich: Montage, Vorfertigung – am Standort Lüdenscheid. Dies hatte, wie berichtet, schon vor rund zwei Jahren zur Einführung von Kurzarbeit geführt. Dies, aber auch die aktuell unsichere konjunkturelle Perspektive für 2013 habe zu den Überlegungen geführt, Neustrukturierungen in verschiedenen Bereichen, verbunden mit der „Anpassung der Mitarbeiterkapazität“ durchzuführen.

Die IG Metall berät den Erco-Betriebsrat. Der IGM-Bevollmächtigte des Märkischen Kreises, Bernd Schildknecht erklärte, die angekündigten Entlassungen seien als Betriebsänderung einzustufen, so dass ein Interessenausgleich, ein Sozialplan oder die Gründung einer Transfergesellschaft in Frage komme. Zudem benötige der Betriebsrat einen Juristen, um rechtssichere Verträge abschließen zu können. Ebenfalls habe der Betriebsrat einen Gutachter beauftragt. „Der Betriebsrat benötigt Kriterien, um vernünftige und richtige Entscheidungen treffen zu können – sowohl für die, die gehen müssen als auch für die, die bleiben“, sagt Schildknecht. Technologiesprünge seien nicht so einfach zu handhaben. Daher brauche der Betriebsrat Unterstützung.

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