Taxi-Raub: Viereinhalb Jahre für Komplizen

LÜDENSCHEID - Als das Landgericht Hagen am Freitag im brutalen Überfall auf einen Taxifahrer in Lüdenscheid das Urteil sprach, kamen der jungen Angeklagten die Tränen. Sie wurde zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

Ihr 21-jähriger Freund erhielt vier Jahre und sechs Monate. Die angeklagte 19-jährige Lüdenscheiderin hatte mit ihrem Freund im Januar einen Taxifahrer in einen Hinterhalt gelockt, um ihn auszurauben. Sie spielte dem hilfsbereiten Mann vor, dringend ins Krankenhaus zu müssen. Als er sie zum Taxi bringen wollte, schlug ihr 21-jähriger Freund von hinten mit einem unbekannten Gegenstand so heftig zu, dass die Schulter des Taxifahrers brach. Die beiden Angeklagten waren von Anfang an geständig und unternahmen während des Prozesses auch den Versuch, sich bei dem 60-jährigen Taxifahrer zu entschuldigen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Tat auf die Drogenprobleme der beiden Angeklagten zurückzuführen sei. Trotzdem verharmloste Richter Marcus Teich nichts. Beide seien zur Tatzeit voll schuldfähig gewesen. „Ich verwahre mich dagegen, hier eine Bagatellisierung zuzulassen. Die Tat war extrem gefährlich. Sie hätten den Mann am Kopf oder im Nacken treffen können“, sagte er in seiner Urteilsbegründung. Und an die junge Frau gewandt: „Sie hätten sagen können: ‘Da mache ich nicht mit!’“

Sie muss nun mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten und sich intensiv um einen Ausbildungsplatz bemühen. Ferner gehört zu ihren Bewährungsauflagen, dass sie regelmäßig zur Drogenberatung geht. Darüber hinaus sollen ihr 200 Sozialstunden dazu verhelfen, im Arbeitsleben Fuß zu fassen. Für den 21-Jährigen ordnete das Gericht eine Unterbringung in einer Entziehungsklinik an. Von ihm seien weitere Straftaten im Zusammenhang mit seiner Sucht zu erwarten.

Besonders negativ wirkten sich beim Angeklagten die vielen und einschlägigen Vorstrafen aus. Richter Marcus Teich appellierte noch einmal eindringlich an die Angeklagten: „Wir hoffen, dass Sie das schaffen. Aber das läuft nur, wenn Sie mitmachen.“ - Patricia Prange

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