Beweisfotos werden aussortiert

Tausende werden im MK geblitzt, ohne Knöllchen zu kriegen - und zwar deshalb

Rennradfahrer werden immer mal wieder geblitzt.

Märkischer Kreis - Immer wieder kommt es vor, dass Verkehrsteilnehmer deutlich schneller sind als erlaubt, geblitzt werden und trotzdem keine Strafe erhalten. Das betrifft vor allem Fahrzeuge mit zwei Rädern - aus einem simplen Grund. 

Fast 21 000 Tempoverstöße wurden an den stationären Blitzern im Märkischen Kreis im vergangenen Jahr behördlich verfolgt. Geblitzt wurde allerdings noch deutlich häufiger. Je nach Standort können bis zu 30 Prozent der Aufnahmen nicht verwertet werden. 

Auch Motorradfahrer sind wegen des fehlenden Kennzeichens nicht identifizierbar. 

Die meisten nicht geahndeten Geschwindigkeits-Vergehen werden von Motorradfahrern begangen, sagt Gudrun Hornemann, Leiterin der Bußgeldstelle des Märkischen Kreises in Iserlohn. 

Durch das fehlende vordere Kennzeichen sind sie für die Behörde nicht zu identifizieren. Die Polizei versucht der Raserei im Märkischen Kreis mit verstärkten Vor-Ort-Kontrollen zu begegnen. 

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Regelmäßig zu schnell sind auch Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Diese Fotos werden sofort aussortiert. Zudem kann es vorkommen, dass durch die Sonneneinstrahlung, vereiste Scheiben und den Blitz des Radargerätes der Fahrer nicht zu erkennen ist. Auch noch andere technische Probleme bei der Auswertung sind denkbar, die eine Verfolgung des Temposünders verhindern. 

Einsatzfahrzeuge erhalten keine Knöllchen. 

Dann müsse der auswertende Sachbearbeiter entscheiden, ob sich der Aufwand für das Verfahren lohne, sagt Hornemann. 

Eine besondere Gruppe sind Rennradfahrer, die versuchen, mit hohem Tempo geblitzt zu werden. Das gelingt allerdings meist nur dort, wo die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt ist. 

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„Die Radfahrer rufen dann anschließend hier an und wollen das Foto haben“, berichtet die Leiterin der Bußgeldstelle aus langjähriger Erfahrung. Allerdings ohne Erfolg, denn mutwillig rasende Radfahrer sind eine Gefahr für sich und andere: „Wir wollen das nicht fördern“, sagt Gudrun Hornemann. Für die Bußgeldstelle existieren Radfahrer ohnehin nicht. „Wir ahnden Verstöße nur bei Kraftfahrzeugen.“

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