Mark E führt "Tank"-Tarif für Elektromobile ein - und stößt auch auf Kritik

Das "Tanken" von Elektroautos an diesen öffentlichen Ladestationen ist ab dem 1. März kostenpflichtig.

Lüdenscheid - Inhaber und Nutzer eines Elektroautos werden künftig nicht mehr kostenfrei an den Ladestationen des regionalen Energieversorgers Enervie „tanken“ können, denn: Zum 1. März führt das Unternehmen mit seinen Töchtern Mark E und Stadtwerke Lüdenscheid ein Tarifmodell für die Ladevorgänge ein.

Damit läuft dieser kostenfreie Service nach sieben Jahren aus. Kritische Worte gab es dazu bereits gestern im Sozialen Netzwerk „Facebook“. 

„Da die Pionierphase mittlerweile abgeschlossen ist und der E-Mobility-Markt einen deutlichen Aufschwung erlebt, wird nun ab 1. März 2018 das Laden an den Mark E-Tankstellen kostenpflichtig“, heißt es vom Unternehmen. 

Und Pressesprecher Andreas Köster ergänzt: „Es war von Anfang an klar, dass das kostenlose Angebot eines Tages auslaufen wird.“ Schließlich ist das Ladenetz auf 23 E-Tankstellen angewachsen, weitere Ladesäulen in Hagen, Lüdenscheid, Meinerzhagen und Halver sind im Bau beziehungsweise kurz vor der Umsetzung. Und: Würden die von Mark E gestellten Förderanträge für insgesamt 26 öffentliche Ladesäulen bewilligt, könne man gemeinsam mit Partnern bis zu 50 zusätzliche Ladesäulen in der Region in Betrieb nehmen. 

 Mehrere hundert Kunden seien in der vergangenen Woche angeschrieben und über den neuen „Tank“-Tarif „Mobilstrom unterwegs“ informiert worden. Diese haben die Möglichkeit, sich zu registrieren und mit einer sogenannten „DriveCard“ – Mark E ist Mitglied bei „Lade-netz.de“ – mehr als 1200 Ladepunkte deutschlandweit sowie 10 000 Punkte anzusteuern. Als Grundpreis werden dafür 7 Euro/Monat berechnet, hinzu kommen bei einer Normalladung 39 Cent pro Kilowattstunde, bei einer Schnellladung sind es 29 Cent. Nutzer ohne Karte zahlen eine Pauschale von 7 Euro (Normalladung) beziehungsweise 10 Euro (Schnellladen). Dann sei der Tank voll – die Reichweite richte sich nach Fahrzeugmodell. 

Das Laden zu Hause, beispielsweise über eine Ladebox, sei eine weitere Option. „Auch hier gibt es Zuschüsse und günstigere Konditionen“, wirbt Köster dafür, den Kontakt zum „Team Elektromobilität“ zu suchen. 

Kritische Töne gab es jedoch in den Sozialen Netzwerken. So äußerte beispielsweise Robin Ripka, seit 2016 überzeugter E-Mobil-Fahrer, seinen Unmut – und zwar zum einen über die späte Benachrichtung der Kunden, zum anderen über die seiner Meinung nach nicht angemessenen Preise - auch im Vergleich zum Diesel. 

„Es geht mir gar nicht darum, kostenlos zu laden. Aber es gibt auch in umliegenden Städten und Kreisen weitaus attraktivere Preismodelle als in Lüdenscheid“, machte Ripka auf Anfrage deutlich. So weiß er beispielsweise um die Möglichkeit einer Jahrespauschale, die für Kunden noch einmal günstiger ausfalle. „Gerade als Stadtwerke-Kunde hätte ich mir da mehr versprochen.“ 

Ein Wechsel des Stromanbieters ist für ihn daher nicht ausgeschlossen. „Das ist zwar schade, aber es rechnet sich einfach.“ 

Eine Beratung zur Registrierung im Ladenetzwerk und weitere Informationen rund um das Thema E-Mobility im Kreis gibt es beim „Team Elektromobilität“ unter Telefon 08 00/1 57 16 00 oder per E-Mail an energiezukunft@swls.de.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare zu diesem Artikel