Eine ziemlich schräge Sommernacht

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Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen in „Eine Sommernacht“.

Lüdenscheid - Eine Liebesgeschichte, die verpatzter nicht beginnen könnte: Helena (Tanja Wedhorn) wird von ihrem verheirateten Lover per SMS versetzt. In einer Kneipe in Edinburgh trifft sie Bob, einen Kleinkriminellen (Oliver Mommsen). Zwei Stunden und jede Menge Wein später sind sich die beiden einig: Ein One-Night-Stand – und keine weiteren Verpflichtungen.

Die Komödie am Kurfürstendamm zeigte am Freitagabend im Kulturhaus David Greigs „Eine Sommernacht“, schrill, schräg und mit erfrischender Mimik. Ein bisschen Musik (Felix Huber), ein wenig Gesang, ein paar Strahler, eine große Kiste, in der sich die Requisiten verstauen ließen, ein paar Hocker und eine Videowand, um verschiedene Schauplätze darzustellen – mehr brauchte es nicht, um ein Stück auf die Bühne zu bringen, das Spaß machte. Der weinselige Orgasmus per Slapstick, der Morgen „danach“, an dem sich der strapazierte Magen rächt, zwei Schauspieler mit einem hohen Unterhaltungsfaktor, die aus der Erzählperspektive heraus agierten. Helena erzählte das verkorkste Leben Bobs, der wiederum plauderte in der multifunktionalen Kulisse munter Geheimnisse über Helena aus. So näherten sich die Protagonisten Stück für Stück einander an und kriegten sich am Ende doch noch.

Tiefe zum Nachdenken gab’s nicht auf der Bühne im Kulturhaussaal, dafür eine gehörige Portion „unfeiner“ Worte, quirlige Aktionen, herrlich schräge Grimassen, hübsche Anspielungen auf das schauspielerische Dasein Mommsens als Tatort-Kommissar, nur allzu menschliche Bedürfnisse nach durchzechter Nacht und nackte Haut. Vielleicht war das der Grund, warum nach der Pause die eine oder andere Lücke in den Stuhlreihen im Saal auszumachen war.

Aus tourneetechnischen Gründen musste die Inszenierung übrigens auf Freitagabend geschoben werden. Ursprünglich sollte das Kabarett „Zuckerfest für Diabetiker“ gegeben werden. Das Kabarett ist nun am 6. März zu sehen. - rudi

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