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An Talsperre im MK: Spaziergänger retten "Findelkind" vor dem sicheren Tod

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Das Jungtier hat eine große Wunde im Nacken. 

Lüdenscheid/Meinerzhagen - Ein völlig entkräftetes "Findelkind" entdeckten Anja Zeisig und ihr Sohn Marco bei einem abendlichen Spaziergang an der Fürwigge-Talsperre. Sie retteten es vor dem sicheren Tod. 

Die Lüdenscheider zögerten keine Sekunde: „Das ist ein Lebewesen. Wer Hilfe braucht, der bekommt sie von uns“, sagt Anja Zeisig. 

Schon von der Brücke aus hatte ihr Sohn Marco das Jungtier auf einer Wiese im Gras wahrgenommen. Als Mutter und Sohn sich dem kleinen Marder näherten, stellten sie fest, dass er verletzt war. In seinem Nacken klaffte eine große Wunde. 

Marco und Anja Zeisig aus Lüdenscheid. 

„Er versuchte wegzulaufen, aber er war so schwach, dass er den Weg hinunterkullerte“, erinnert sich Anja Zeisig. „Was machen wir?“, war die erste Frage, die sie stellte. Dann handelte die tierliebe Lüdenscheiderin. 

Während ihr 20-jähriger Sohn mit Hilfe eines zufällig vorbeikommenden Radfahrers das Jungtier in Schach hielt, rannte Anja Zeisig zum Parkplatz, holte ihr Auto und stellte es auf den Fußweg in unmittelbarer Nähe zur Fundstelle ab. 

Der Marder frisst Katzenfutter. 

Mit Handschuhen hoben die Retter das erschöpfte Tier in eine mitgebrachte Tasche. Dann wählte Anja Zeisig den Notruf. Die Polizei-Leitstelle erklärte sich zwar für nicht zuständig, vermittelte aber sofort einen Kontakt zum Tierschutzverein Meinerzhagen-Kierspe. Nach einigem Hin und Her übergaben die Zeisigs den Marder schließlich an die Tierschützerin Pia Sperber. 

Mutter und Sohn sind dankbar für die Hilfe, die sie bei der Wildtierrettung erhalten haben. Anja Zeisig: „Der Dank geht an die Polizei, die eine schnelle Verbindung zum Tierschutz herstellte. Und auch einen herzlichen Dank an die nette Dame vom Tierschutz Meinerzhagen, die den kleinen Kerl in ihre Obhut nahm und ihn versorgte.“ 

Mit Pia Sperber ist Anja Zeisig weiterhin in Kontakt und lässt sich regelmäßig über den Zustand des jungen Steinmarders informieren. Schon kurz darauf wurde ihr ein kurzes Video zugeschickt, das das Tier beim gierigen Verschlingen einer Portion Katzenfutter zeigte. 

Der junge Marder ist derzeit in Quarantäne.

Von Tag zu Tag geht es dem Fleischfresser besser. „Er wird frecher“, weiß Anja Zeisig. Die Wunde wurde durch eine Tierärztin begutachtet und versorgt. Die gute Nachricht: Die Folgen der Verletzung werden den etwa vier Monate alten Marder später nicht mehr einschränken. „Ich freue mich, dass er überlebt hat und eine zweite Chance bekommt“, ist Anja Zeisig froh, dass sie sich an jenem 22. Juli zur Hilfe entschloss. 

Noch befindet sich der Marder in Quarantäne. „Wenn die Wunde verheilt ist, werden wir ihn mit seinen Artgenossen zur Auswilderung in ein Auswilderungsgehege geben“, sagt Pia Sperber vom Tierschutzverein. 

Frühestens Mitte September wird er aus der Obhut des Meinerzhagener Tierschutzes entlassen. „Ohne die Hilfe hätte er nicht überlebt“, ist sich Pia Sperber sicher, die sich nun um den scheuen Gesellen kümmert und ihn nach und nach an größere Nahrung gewöhnt.

„Alleine kommt er jetzt noch nicht zurecht, denn Eintagsküken und Hühnerherzen fallen nicht vom Baum“, scherzt Pia Sperber. Beim Tierschutzverein ist die Marder-Erziehung fast schon Routine. 

Erst im Vorjahr hatten die Tierschützer sechs Marder-Babys großgezogen. In diesem Jahr hat das Fundtier von Anja und Marco Zeisig die volle Aufmerksamkeit für sich.

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