Tagesmütter wehren sich gegen Kürzungen

Tagesmütter wehren sich: (v.l.) Tupf-Vorsitzende Ulla Nagl, Sandra Kirberg, Cordula Bock und Angèle Espermann-Jansen.

LÜDENSCHEID ▪ Die Pläne der Landesregierung, die Erlaubnis zur Kindertagespflege – wie berichtet – auf fünf Plätze pro Tagesmutter zu begrenzen, stößt im Verein Tages- und Pflegeeltern (Tupf) auf offene Ablehnung. Werden die Vorstellungen aus Düsseldorf Wirklichkeit, dann fallen Betreuungsplätze in den sogenannten Randzeiten weg. Die Befürchtung der hauptamtlichen Tupf-Fachberaterin Angèle Espermann-Jansen: „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie scheint für Mütter durch die Änderung der ’5+3-Regel’ nun doch wieder schwieriger zu werden.“

Die aktive Tagesmutter Sandra Kirberg etwa betreut fünf Kinder in Kernzeiten und drei weitere in Randzeiten. Sandra Kirberg ist von 5.45 bis 20.30 Uhr für ihre Schützlinge da und sagt: „Für Altenpflegerinnen, Krankenschwestern, Verkäuferinnen und alle, die im Schichtdienst arbeiten müssen, bedeutet der Referentenentwurf der Landesregierung eine Katastrophe.“ Vor allem alleinerziehende Mütter würden unter einer Neuregelung leiden „und teilweise gezwungen, Job oder Ausbildung abzubrechen und Hartz IV zu beantragen.“ Ihre Kollegin, Tagesmutter Cordula Bock, pflichtet ihr bei. „Das haben die in Düsseldorf nicht zu Ende gedacht. Denen sind die Konsequenzen einfach nicht bewusst.“

Angèle Espermann-Jansen sieht die Gefahr, „dass die immer wieder hochgepriesene Flexibilität der Kindertagespflege verloren geht.“ Die zeichne sich unter anderem dadurch aus, dass individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden können. „An wen wenden sich Eltern dann, wenn sie alternative Betreuungszeiten für ihre Kinder suchen, je nach Bedarf zu Randzeiten oder ergänzend zu Kita und Schule?“

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