Ab Juni Tablets statt Papierstapel im Rat

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Petra Noack und Kerstin Marré (rechts) aus dem Fachdienst Rat und Bürgermeister erläuterten die Hintergründe zur Einführung der digitalen Ratsarbeit, die ab Juni in Lüdenscheid Einzug halten wird.  

Lüdenscheid - Tablet-Computer für die Politiker, schnelles Internet über Hotspots in Rathaus und den Sitzungsräumen des Telekomgebäudes, Sitzungsunterlagen elektronisch statt auf Papier. Und auch der Verwaltungsvorstand arbeitet mit iPads. Am 1. Juni 2014 wird die Ratsarbeit digital.

Das bedeutet das Ende von Papierstapeln, aber auch ein weitreichendes Umdenken in Politik und Verwaltung. Über den neuen Ansatz sprach die LN mit Petra Noack und Kerstin Marré aus dem Rats- und Bürgermeisteramt.

Finanzieller Anreiz

Es gibt nichts geschenkt. Die Stadt schafft einen finanziellen Anreiz für die Rats- und Ausschussmitglieder in Höhe von 400 Euro, um sich die entsprechende Technik – voraussichtlich Pads – zu beschaffen. Das sind etwa zwei Drittel des Anschaffungspreises. Nach dem Ende der Legislaturperiode können die Ratsmitglieder die Geräte behalten.

Billiger für die Stadt

Das ist ab 26 Ratsmitgliedern, die das nutzen, billiger für die Stadt, als den bisherigen Papierbetrieb aufrecht zu erhalten. 33 000 Euro veranschlagt die Stadt einmalig für Geräte und die Mandatos-Software, die auf das vorhandene Rats-Informationssystem zugreift. Dem gegenüber stehen die bisherigen Kosten für den Ausdruck von Vorlagen, das Sortieren und das Verteilen durch einen Boten. Allein für den Verwaltungsentwurf des städtischen Haushalts wurden 37 000 Kopien angefertigt – beidseitig bedruckt sind das 37 Stapel Kopierpapier. Jedes Jahr bedeutet das bislang Druck-, Papier und Personalkosten in Höhe von 13 500 Euro, auf die komplette Legislaturperiode hochgerechnet 67 500 Euro, heißt es in der Vorlage, die der Rat mit 44 Ja-Stimmen und einer Enthaltung Anfang Dezember beschlossen hatte.

Technik schon lauffähig

Der aufwändige Versand entfällt, indem die Politiker die nötigen Unterlagen für Rat und Fachausschüsse mit einem Fingertipp herunterladen. Damit ist jeder auf dem aktuellen Stand und kann in der App auch in den Unterlagen arbeiten. Auch andernorts funktioniere das System bereits problemlos. In einer weiterentwickelten Form soll auch das gemeinsame Arbeiten an den Dokumenten möglich sein, die dann in einer Cloud, einem virtuellen Speicher im Netz, abgelegt werden. In den Dokumenten selbst können Notizen, Fragen und eventuelle Redebeiträge hinterlegt werden.

Hotspots für Sitzungen

Um der Politik, aber auch den Besuchern von Ausschusssitzungen die Möglichkeit zu geben, Unterlagen zu aktualisieren, werden die Sitzungsräume im Telekomgebäude, der Rats- und der kleine Sitzungssaal im Rathaus mit Hotspots ausgestattet. Einmal eingeloggt, ist dort der Zugriff auf schnelles Internet möglich und damit Gelegenheit, ohne UMTS-- oder ähnliche Verbindungen Informationen auf Handy oder Tablet nachzuladen. - flo

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