Um 5 Uhr am Suppentopf des DRK

+
Helmut Wehberg (r.) und Lukas Kammler rührten am frühen Samstagmorgen im 250-Liter-Topf. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Samstagmorgens früh um 5 Uhr – das ist eine Zeit, zu der Helmut Wehberg regelmäßig in der Küche steht.

Am Wochenende war es erstmals eine andere als in den vergangenen 15 Jahren – solange ist er schon der „Herr der Erbsensuppe“. An jedem Samstag, bis auf wenige Ausnahmen, gehört das Zelt mit der Suppenausgabe zum festen Bestandteil am Rande des Wochenmarktes – und das schon seit etwa 40 Jahren.

Diesmal bereitete Helmut Wehberg sie gemeinsam mit dem Zivildienstleistenden Lukas Kammler zu – dabei weihten sie gleichzeitig die neue Küche auf dem Gelände des DRK-Heims an der Hochstraße ein. Die bisherigen Räume an der Freiherr-vom-Stein-Straße waren zu groß geworden. Außerdem lief der Mietvertrag ohnehin aus. Jetzt hat das DRK ein nicht mehr benötigtes Trafo-Häuschen auf dem eigenen Gelände umgebaut.

In Absprache mit dem Gesundheitsamt wurde nun eine kleine, aber zweckmäßige Küche für die Zubereitung der rund 200 Liter Erbsensuppe eingerichtet. Rund 30 000 Euro hat das DRK dafür investiert – nur die Spülmaschine und der Ofen wurden aus der alten Küche übernommen, alles andere ist neu. Helmut Wehberg fühlt sich wohl dort. Fast immer liegt die Zubereitung der Suppe in seinen Händen. Gelegentlich gibt es eine Vertretung. Die Vorbereitungen wie das Einweichen der 15 Kilogramm Erbsen beginnen schon am Freitag. Am Samstag wird ab fünf Uhr gekocht. Gegen 8 Uhr wird die Suppe in Warmhaltebehälter gefüllt, in denen sie dann zum Sternplatz gebracht wird. Beim Aufbau des Zeltes gegen 9.30 Uhr stünden schon die ersten Kunden parat, erzählt Wehberg. Bis zum frühen Nachmittag sind die 200 Liter in der Regel verkauft.

Die Erbsensuppe des DRK ist seit vier Jahrzehnten beliebtes Samstags-Mittagessen der Lüdenscheider. Solange gab es auch die Küche an der Freiherr-vom-Stein-Straße, damals noch mit großen Tiefkühltruhen. Heute werden alle Zutaten frisch eingekauft – neben den Erbsen sind das zwei bis drei zehn-Liter-Eimer voll mit Kartoffeln dazu jeweils rund neun Kilogramm Mett- und Fleischwurst. Speck und Schweinefleisch gehören noch dazu –  gewürzt wird alles nach dem Rezept, das Wehberg von Friedhelm Reißmann gelernt hat. Dieser hatte einst die Idee zu der Erbsensuppenaktion.

Seitdem gibt es sie fast an jedem Samstag. Nur während des Weihnachtsmarktes macht das DRK Pause – eine weitere wurde während der Neugestaltung des Sternplatzes eingelegt, weil zwischen den Baustellen kein Platz war. Den Verkauf übernehmen abwechselnd Mitglieder der DRK-Bereitschaften Lüdenscheid und Brügge sowie der Geschäftsstelle. Am Samstag bewirteten Jessica Gollan, Sandra Pählig und Shiro die Gäste – und die essen nicht nur vor Ort. Viele nehmen sich eine Portion mit nach Hause. ▪ gör

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare