Supertalent-Kandidat in Kirche nervöser als im TV

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„Supertalent“-Teilnehmer Anatoli Lang blickt entspannt auf das vergangene Jahr zurück.

Lüdenscheid - „Ich war viel aufgeregter beim Weihnachtskonzert der Rahmeder Chöre als beim ‘Supertalent’“, erzählt Anatoli Lang. Mit dem Song „Say Something“ war der Sänger vor der Jury der RTL-Sendung aufgetreten und hatte Lob von allen vier Juroren geerntet.

In der Lüdenscheider Christuskirche seien am 20. Dezember jedoch so viele Menschen im Publikum gewesen, die er persönlich kennt und auch später immer wieder sehen wird, dass die Anspannung bei seinem Gesangssolo sehr groß gewesen sei, erinnert sich Anatoli.

Besonders gerührt habe ihn eine Frau, die erst eine Woche zuvor am Herzen operiert worden sei und sich unter Schmerzen ins Konzert geschleppt habe, nur um ihn dort live singen zu hören. „Das hat mich viel mehr bewegt, als den Stern beim Supertalent mit nach Hause zu nehmen“, erzählt der Sänger nachdenklich.

Nach seinem gelungenen Fernseh-Auftritt ist Anatoli Lang nun wieder in der Wahlheimat Lüdenscheid und mit seinen Freunden von „Chorpacabana“ gesanglich aktiv. „Natürlich wäre ich gerne ins Finale gekommen, aber ich bin keinesfalls traurig oder enttäuscht, dass es nicht geklappt hat“, zieht Anatoli sein Resümee. Erstaunlicher Weise sei das Interesse des Publikums an ihm bisher kaum abgeebbt. „Obwohl ich nur den einen Fernsehauftritt hatte, kommen immer noch Jugendliche auf mich zu, schicken mir Gesangsvideos von sich und fragen nach meiner Meinung“, freut sich Anatoli.

Nach wie vor ist der Sänger darauf aus, all jenen, die ihm schreiben, zu antworten und dem Interesse jedes einzelnen Respekt zu zollen. „Wenn ich allerdings nach meiner Meinung gefragt werde, bin ich ehrlich und rate demjenigen notfalls auch ab, zu einer Castingshow zu gehen“, stellt Anatoli klar. Die zehn Minuten Fernseh-Ruhm haben ihm eine veritable Zahl an Auftrittsanfragen eingebracht. „Ganz besonders schmeichelt mir dabei, wenn Menschen mich für ihre Hochzeit engagieren wollen, denn schließlich ist das für die meisten der wichtigste Tag im Leben“, meint der Sänger. Zurzeit gönnt Anatoli sich einen zweiwöchigen Erholungsurlaub und möchte sich danach auf seinen Chorleiterschein konzentrieren, auf den er sich seit vielen Monaten vorbereitet hat.

Das Finale vom „Supertalent“, bei dem sich der Sänger Marcel Kaupp alias Marcella Rockafella beim Publikum durchsetzte, hat sich Lang nicht entgehen lassen. „Ich finde allerdings, dass im Finale einige Sänger bessere Gesangsqualitäten gezeigt haben als der Gewinner“, meint Anatoli. „Aber das Publikum hat nunmal entschieden, das muss man respektieren.“ Obwohl sich der Sänger beim Supertalent nicht selbst beworben, sondern eine Freundin die Bewerbung ohne sein Wissen verschickt hatte, möchte Anatoli Lang inzwischen nicht mehr ausschließen, dass er bald noch bei einer der anderen Castingshows, zum Beispiel bei DSDS oder „The Voice“, sein Glück als Kandidat versuchen könnte. „Zuerst wollte ich das nicht, aber inzwischen habe ich meine Meinung geändert“, erklärt Anatoli Lang.

Derzeit ist der Sänger erst einmal froh, sich wieder auf seinen Bürojob konzentrieren zu können und mehr oder weniger als Hobby mit der Musik zu beschäftigen. „Derzeit habe ich da ja alle Optionen und könnte mir zum Beispiel vorstellen, im Bereich Stimmbildung zu arbeiten“, überlegt Anatoli. Sicher wird man eines Tages auch wieder im TV etwas von ihm sehen und hören.

Bis dahin haben die Lüdenscheider bei den Auftritten des MGV Union Oberrahmede sowie des jungen Chores im MGV Union, Chorpacabana, immer mal wieder die Möglichkeit, Anatoli Lang auf der Bühne zu erleben. Buchungsanfragen an den Sänger sind erwünscht, über die Facebook-Seite von Anatoli Lang besteht die Möglichkeit, Kontakt mit dem Künstler aufzunehmen. - Von Björn Othlinghaus

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