Sauerland-Center wird Asylunterkunft

Suche nach Verlässlichkeit bei  Zuweisungen von Asylbewerbern

Das Sauerland-Center wird Asylbewerberunterkunft.

Lüdenscheid - Das Team des Fachdienstes Soziale Dienste und Verwaltung hat zurzeit eine schwierige Aufgabe zu bewältigen, und ein Ende ist nicht in Sicht. „So mancher hat schon schlaflose Nächte hinter sich“, machte Fachdienstleiter Thomas Ruschin in Hauptausschuss deutlich.

Es geht um die Suche nach verlässlichen Zahlen für die künftige Aufnahme von Asylbewerbern. Zwar steht eine Zahl im Raum – die Verwaltung geht von 1139 benötigten Plätzen bis 2019 aus. Aber ob das reicht, kann keiner mit Sicherheit sagen.

„Die solideste Zahl, von der wir ausgehen, ist, dass in diesem Jahr nach Angaben der Bundesregierung 800 000 Flüchtlinge in Deutschland erwartet werden. Mehr aber haben wir nicht“, sagte Ruschin. Nach der Ankunft von Flüchtlingen in Deutschland – besonders in Bayern werden täglich tausende aufgenommen – werden sie in erste Notaufnahme-Einrichtungen wie in Lüdenscheid in der Hermann-Gmeiner-Schule und der Turnhalle des Berufskolleges am Raithelplatz verteilt. Von dort erfolgt die Zuweisung nach dem sogenannten „Königsteiner Schlüssel“ in die verschiedenen Bundesländer, wo dann das Asylbewerberverfahren beginnt. Der Anteil, den ein Land tragen muss, hängt zu zwei Dritteln von den Steueraufkommen des jeweiligen Landes und zu einem Drittel von der Bevölkerungszahl ab. Die Bezirksregierung Arnsberg wiederum ist für die Aufteilung der Flüchtlinge in ihrer Fläche, also auch in Lüdenscheid, zuständig.

Zur Unterbringung fehlt in Lüdenscheid Wohnraum. Daher soll das Sauerland-Center zur Asylbewerberunterkunft für 200 Flüchtlinge umgebaut werden. „Der lokale Wohnungsmarkt gibt derzeit den benötigten Raum nicht her. Selbst wenn jetzt eine intensive Bautätigkeit beginnen würde, könnte das den Bedarf für die nächsten zwei Jahre nicht auffangen.“

Vom Fachdienst wurden vier verschiedene Szenarien erstellt, nach denen die Drittstaatenregelung, wonach Flüchtlinge, die über einen sicheren Drittstaat einreisen, kein Asyl erhalten, weil diese Länder als sicher gelten, greift oder nicht greift. In Lüdenscheid sind dies laut Verwaltung aktuell 40 Prozent. Gleichzeitig wurde berücksichtigt, ob die Mehrzahl der syrischen Flüchtlinge in Arbeit vermittelt werden kann oder nicht. Aus diesen Annahmen wurden die 1139 Zuweisungen errechnet.

Bürgermeister Dieter Dzewas betonte, dass daher gewohnte Standards temporär in Frage gestellt werden können. AfL-Chef Peter Oettinghaus forderte Transparenz ein, um die Integration zu erleichtern und warnte vor Standorten in Stadtteilen mit jetzt schon hohem Migrationshintergrund.

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