Suche nach Standort für „Blechbüchsen“

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Seit Jahren lagern Ansgar Nierhoffs „Kuben“ und Erich Hausers Würfel (vorne) in einem Außenlager des STL. Inzwischen ist nicht nur Gras über die Objekte gewachsen. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Besonders glücklich waren viele Lüdenscheider offenbar nie über ihre stählernen Kunstwerke auf dem alten Rathausplatz: „Blechbüchsen“ nannten sie „Die verformten Kuben“ von Ansgar Nierhoff, einem Pionier der Edelstahlplastik, abwertend. Gisela Nierhoff, die Witwe des 2010 verstorbenen Künstlers, stimmte im Mai einer Rückkehr der Würfel in den öffentlichen Raum grundsätzlich zu. Nun wird nach einem Standort und Kleingeld für die Restaurierung und Wiederaufstellung gesucht.

Für die „verformten Kuben“ wäre eine Rückkehr in den öffentlichen Raum der beste Schutz vor einer neuen Form des Kunstraubs, die offenbar durch die rasante Entwicklung der Edelstahlpreise für jene Tätergruppen interessant wurde, die auf ihren Beutezügen sonst Kupferkabel an Bahnlinien abmontieren oder Edelmetallschrott auf Lastwagen abtransprotieren. Denn kurz nachdem Gisela Nierhoff in Lüdenscheid der Aufstellung der Plastiken ihres Mannes zugestimmt hatte, räumten Metalldiebe in Köln eine Lagerhalle aus, in der 30 bis 40 eiserne Würfel, Teile von wertvollen Editionen, eiserne Faltungen und andere Kunstgegenstände von Ansgar Nierhoff lagerten. „Es war das Lebenswerk meines Mannes“, zitierte die Kölnische Rundschau die entsetzte Nachlassverwalterin, die vor allem das Einschmelzen der Kunstwerke befürchtete. Der Sachschaden wurde auf 200 000 Euro geschätzt.

Noch weniger geschützt als in Köln lagern Lüdenscheids verformte Kuben zusammen mit Erich Hausers Würfelplastik seit Jahren hinter einem schlichten Zaun in einem Außenlager des STL. Ihrer Rückkehr stand zunächst Ansgar Nierhoffs Veto entgegen, der die Aussagekraft seiner künstlerischen Verformung der Würfel in Frage gestellt sah – durch die Beschädigungen des Kunstwerks beim irrtümlichen Abtransport vom alten Rathausplatz. Doch er sei nun „zuversichtlich, dass wir die Kuben wieder aufstellen können“, berichtete Kulturdezernent Wolff-Dieter Theissen auf Anfrage der LN. Zwei wichtige Fragen seien aber zu klären: Wo sollen die Würfel stehen, und was kosten Reparaturen und die Wiederaufstellung? Sponsoren könnten hier hilfreich in die Bresche springen. Als möglichen Standort nannte Theissen den Kulturhausgarten in der Achse zwischen Museum und Kulturhaus. Erich Hausers Edelstahlplastik könnte diese Achse durch einen Standort vor dem Museum noch unterstreichen. ▪ thk

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