Brauhaus Schillerbad erfindet sich neu

Stadtplaner Lars Bursian (l.) und Brauhaus-Gastronom Bernd Meyer im Gespräch.

Lüdenscheid - Die Braukessel sind weg, auch der Begriff Medardus-Bräu dürfte bald der Vergangenheit angehören. Nach bekanntem Rezept wird es künftig weitergebraut, dann aber außerhalb in Neuss oder Aachen. Am Namen Brauhaus Schillerbad will Besitzer Bernd Meyer aber festhalten.

Von Florian Hesse

„Wir haben Ideen, wir suchen nach Lösungen“, sagt Meyer im LN-Gespräch, und das geschehe in enger Abstimmung mit der Stadt Lüdenscheid. Denn mit dem Verkauf der Brauanlage ändert sich schon etwas in Lüdenscheids größter Innenstadt-Gastronomie.

Wie das Bier künftig heißen soll, ist noch nicht ganz klar. Einfach „Lüdenscheider“, schwebt Meyer derzeit vor. Zuständig dafür bleibt Braumeister, Jörg Jovi, der zum Brauen seit dem Spätsommer nach Lüdenscheid kam. Doch die Anlage sei nicht mehr in der Lage gewesen, gleichbleibende Qualität zu liefern, so Meyer. Investitionen in fünf-, möglicherweise sechsstelliger Höhe, habe er darin nicht mehr tätigen wollen.

Der Name bleibt – auch ohne Brauerei

Auf den Namen Brauhaus will Meyer aber nicht verzichten. Den führten viele Gaststätten im Namen – ganz ohne eigene Sudkessel und Lagertanks. Doch wie sich das Brauhaus gut 20 Jahre nach der Übernahme damals durch Jörg Mehl künftig aufstellen will, ist noch nicht ganz klar. Es bestehe schließlich auch kein dringender Handlungsbedarf. „Die Hotelzimmer sind durchsaniert. Im Moment ändert sich nichts bis auf die Brauerei. Das bleibt sicherlich sechs bis acht Monate wie es ist.“ Natürlich werde zunächst der Raum der alten Brauanlage abgehängt, doch ob der für Gastronomie, möglicherweise auch für Tagungen, genutzt werde, sei derzeit offen.

Abtransport der Braubehälter aus dem Brauhaus Schillerbad

Mit im Boot sitzen inzwischen auch die Lüdenscheider Stadtplaner. Fachdienstleiter Lars Bursian und sein Kollegin Dagmar Däumer betonen im Gespräch die Bedeutung des historischen, wenn auch nicht denkmalgeschützten Gebäudes an der Schnittstelle zwischen Alt- und Innenstadt. Nicht zuletzt sei die Umwandlung des früheren Jugendtreffs Schillerbad und später die Grundsanierung des Rosengartens Ausgangspunkt auch für die Sanierung des Rathausumfelds gewesen. Das Gebäude sei stadtbildprägend für die Lüdenscheider, stellt Dagmar Däumer auch mit Blick auf das Integrierte Handlungskonzept Altstadt fest.

Gastronomie wichtig für Rosengarten

Eine funktionierende Gastronomie diene natürlich dazu, den Rosengarten zu beleben, so Bursian, der die städtische Aufgabe darin sieht, den Inhaber bei der Umsetzung zu unterstützen. Baurechtliche Fragen seien in dieser Hinsicht zunächst nachrangig: „Das hängt alles von der Idee ab.“

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