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Suche nach dem Kater: Sorgen nach dem Brand

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Von: Olaf Moos, Kerstin Zacharias

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In einem Mehrfamilienhaus an der Honseler Straße in Lüdenscheid hat es gebrannt.
In einem Mehrfamilienhaus an der Honseler Straße in Lüdenscheid hat es am 22. Juni gebrannt. © Markus Klümper

Nach wie vor gilt die Ursache des Wohnhausbrandes an der Honseler Straße am 22. Juni offiziell als ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft führt nach Auskunft von Dr. Gerhard Pauli aktuell „kein Verfahren“. Doch noch ermittelt die Polizei nach Informationen unserer Redaktion in dem Fall. Brandstiftung als Ursache gilt demnach noch nicht als ausgeschlossen. Für den 23. Juni war die Zwangsräumung einer der acht Mietwohnungen vorgesehen.

Die 17 Bewohner haben die Unterbringung in Notunterkünften laut Stadt-Pressesprecherin Marit Schulte-Zakotnik nicht in Anspruch genommen. Einer der betroffenen Nachbarn, der Lüdenscheider Frank Schätte, sagt: „Drei Kollegen vom Ordnungsamt waren ruckzuck da und haben uns Notunterkünfte angeboten.“

Doch die meisten Leute aus dem Haus seien bei Verwandten und Freunden untergekommen. Eine 88-jährige Mieterin habe einen Platz in der Kurzzeitpflege eines Seniorenheims bekommen. Frank Schätte und seine Frau haben eine Wohnung in der Innenstadt gemietet.

Das Haus am Honsel wurde durch den Brand und das Löschwasser der Feuerwehr so in Mitleidenschaft gezogen, dass es nach wie vor als unbewohnbar gilt. Die Behörden haben ein Betretungsverbot ausgesprochen – mit Ausnahmen. Wie Frank Schätte sagt, durften am Mittwoch zwei der Mieter kurz in ihre Wohnungen, um Sachen herauszuholen. Er selbst dürfe sich am Donnerstag einige Gegenstände sichern. „Ich will nach der ganzen Sache auf jeden Fall wieder zurück in meine Wohnung – selbst, wenn es ein Jahr dauert.“ Schätte liebt den großen Garten. Darin hält der begeisterte Imker, Kassenwart des Lüdenscheider Imkervereins, seine Bienenvölker.

Drei Tage voller Ungewissheit, Sorge und Suchaktionen hielt nach dem Feuer auch die Familie Rasche auf Trab. „Wir wussten lange Zeit nicht, was mit unseren Katern Timon und Anton ist“, beschreibt Aileen Rasche die Situation, die die ganze Familie zusätzlich zu den Ereignissen rund um das Feuer belastete. Während Kater Anton nach Ende der Löscharbeiten von den Einsatzkräften verängstigt und traumatisiert unter einem Bett gefunden wurde, blieb der zehn Jahre alte Timon verschwunden.

Weil man zunächst davon ausging, dass der Kater nach draußen geflüchtet war, als die Wohnungstür von der Feuerwehr aufgebrochen wurde, suchte die Familie noch am Abend rund um das abgesperrte Haus. Zuvor hatte sie noch einen Napf Wasser und Fressen in den Hauflur stellen können, für den Fall, dass das Tier doch noch im Haus war oder dorthin zurückkehrte.

Doch tagelang passierte nichts. „Wir haben Tag und Nacht gesucht, Plakate verteilt und eine Suchmeldung im Internet aufgegeben“, erzählt Rasche im Gespräch mit den LN, an die sich die Familie ebenfalls gewandt hatte. Und dann sorgte ein glücklicher Zufall doch noch für die Wiedervereinigung: Ein Anwohner hatte im Erdgeschoss des Hauses eine Katze im Fenster sitzen sehen. „Wir haben daraufhin alles in Bewegung gesetzt, um Timon dort herauszuholen, denn das Haus ist ja nach wie vor abgesperrt.“

Sowohl der Tierschutz als auch die Polizei seien involviert gewesen und hätten am Ende erlaubt, den in der fremden Wohnung eingesperrten Kater herauszuholen. „Obwohl er seit Mittwoch kein Futter hatte, ging es ihm eigentlich ganz gut – fast so, als wäre nichts gewesen“, zeigte sich die Familie erleichtert.

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