Feuerwehr in Lüdenscheid im Dauereinsatz

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Auch an der Rathausfassade lösten sich einige Elemente. Erneut kam – wie schon am Morgen an der Augustastraße – die Drehleiter der Feuerwehr zum Einsatz. - Foto: Nougrigat

Lüdenscheid - Plötzlich kracht der Teil einer Kaminabdeckung aus luftiger Höhe auf die Augustastraße. „Ich habe sofort die Polizei angerufen, und dann kam auch schon die Feuerwehr“, sagt eine Mieterin, die noch ganz aufgeregt auf große Steinplatten zeigt, die Sturmtief „Niklas“ vom Haus geschleudert hat.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr sind mit der Drehleiter vor Ort. Die Polizei sperrt die Augustastraße zur Weststraße hin ab. Tauschen möchte der Beobachter mit den beiden Feuerwehrleuten nicht, die sich langsam dem Kamin zwischen zwei Spitzdächern hindurch nähern und ihn in Augenschein nehmen. Die Sonne scheint kurz zwischen den Wolken hervor, dahinter nähert sich mit hoher Geschwindigkeit schon wieder eine fast schwarze Wolkenfront, die den nächsten heftigen Regen ankündigt.

Mit diesem ständigen Wechsel müssen die Feuerwehrleute den gesamten Tag über leben und haben kaum Zeit zum Verschnaufen. Meist sind es umgestürzte Bäume, die beseitigt werden müssen, so auf der Versestraße, in Wigginghausen und am Bremecker Hammer oder am Sembergweg.

Der Löschzug Brügge muss einen Baum von der Volmestraße räumen, auf der sich am frühen Vormittag ein langer Stau bildet. Nicht alle Arbeitnehmer erreichten am Morgen pünktlich ihren Arbeitsplatz. Auch der Löschzug Homert ist im Einsatz. Es bleibt bei einigen Sachbeschädigungen. Verletzt wird niemand.

Wochenmarkt: Keine Absage

Auf manchen Straßen, die von Bäumen umsäumt sind, liegen Äste. Auch einige Absperrungen oder Schilder halten den zum Teil kräftigen Böen nicht stand und stürzen um. Mülltonnen werden auf die Straße gefegt. Autofahrer müssen auf einigen Straßen im Stadtgebiet besonders aufmerksam fahren, um Hindernissen auszuweichen.

Während der Iserlohner Wochenmarkt gestern schon vorsorglich abgesagt wird, überlässt die Verwaltung dies in Lüdenscheid den Markthändlern. „Eine generelle Absage erteilen wir nicht“, sagt auf LN-Anfrage André Westermann von der Pressestelle der Stadt, „zumal sich die Wetterlage bis Mittwoch ein wenig beruhigen soll. Die Händler wollen das von ihren Aufbauten abhängig machen und entscheiden selbst.“

Am Nachmittag beruhigt sich die Lage ein wenig. Zeit zum Durchatmen für die Einsatzkräfte, die seit dem Morgen im Dauereinsatz sind, zumal ja auch der „normale“ Betrieb weiterläuft, als zum Beispiel in einem Betrieb an der Nottebohmstraße die Brandmeldeanlage anschlägt – Fehlalarm.

Die Bahn stellt ihren Betrieb am Vormittag ein.

Von Martin Messy

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