Tipps vom Versicherungsfachmann

Sturm Sabine: Schäden durch umgestürzten Baum vom Nachbarn - wer zahlt?

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Vor allem an Baustellen – wie hier am Musikschul-Komplex am Staberg – fand der Sturm reichlich Nahrung.

Lüdenscheid - Das Sturmtief „Sabine“ beschäftigt auch die Versicherungswirtschaft. Versicherungskaufleute sind nach Worten Kurt Nörenbergs, Ehrenvorsitzender des Bezirksverbandes Hagen/Arnsberg im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), „vorbereitet auf die schnelle Geldbeschaffung für die Mitbürger. Am einfachsten ist das bei Autos, die durch abgebrochene Äste, umgestürzte Bäume, Bautafeln oder Dachziegel beschädigt wurden. Die Kaskoversicherungen zahlen, zwar abzüglich vereinbarter Selbstbehalte, aber ohne Rabattrückstufung“.

Ab Windstärke 8 sind auch die Gebäude- und Hausratversicherungen für den Schadensersatz zuständig. 

Das Sturmtief „Sabine“ erreichte mancherorts Orkanstärke mit Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h. Versicherte können laut Kurt Nörenberg hier also ihre Versicherung in Anspruch nehmen, wenn sie Sturmschäden zu beklagen haben. 

Wenn allerdings Keller mit Regenwasser vollgelaufen sind, benötigen Hausbesitzer eine Elementarschadenversicherung. „Die kann in die bereits bestehende Gebäude- oder Hausratversicherung eingeschlossen werden und deckt auch Schäden von Starkregen, Erdrutschen und -senkungen, Lawinen und sogar von Erdbeben ab“, erklärt Nörenberg. 

In Deutschland verfügten aber nur rund 40 Prozent der Haushalte über diesen Versicherungsschutz. „Die Mehrzahl der solcherart Geschädigten haben demnach also noch keinen Versicherungsschutz und werden leer ausgehen.“ 

Wenn Nachbars Baum – oder einer der Gemeinde – sowie abgerissene große Äste Schäden an Autos oder Häusern angerichtet haben, hilft immer nur die eigene Versicherung. Nörenberg: „Die kann später prüfen, ob dem Baumeigentümer ein Schuldvorwurf zu machen ist und er einen kranken Baum vorher hätte entfernen müssen.“ Ist der eigene Baum umgefallen, sei es ratsam zu prüfen, ob Entsorgungskosten für Holz und Geäst mitversichert sind. 

Hauseigentümer, die nach erstem Anschein glimpflich davongekommen sind, sollten ihr Dach inspizieren. Am einfachsten geht das mit einem Fernglas. Denn auch verschobene oder gerissene Dachziegel sind Sturmschäden, die vom Dachdecker und auf Kosten der Gebäudeversicherung gerichtet werden sollten. Was auch immer „Sabine“ angerichtet hat – oberstes Gebot ist laut Kurt Nörenberg: „Alle Schäden zügig dem betreuenden Versicherungskaufmann melden, Fotos von Schäden sind wichtig und erleichtern die Schadensregulierung.“

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