Wie kam die Frau ums Leben?

In den Stunden nach Tod der Geliebten: Was der mutmaßliche Täter bei Google suchte

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Symbolfoto

Hagen/Lüdenscheid – Auf welche Weise ist eine 44-jährige Frau aus Lüdenscheid am 25. Februar ums Leben gekommen? Rechtsmediziner Dr. Ralf Zweihoff hat am Mittwoch wenig Zweifel daran gelassen, dass das Tatopfer erwürgt wurde.

Er schilderte „deutliche Zeichen für einen gewaltsamen Tod durch Ersticken“. Die von ihm geschilderten Spuren, die die Leiche im Rechtsmedizinischen Institut aufgewiesen hatte, waren naturgemäß wenig erbaulich: Würgemale, Blutergüsse, Schleimhautrisse und ein „Schildknorpelbruch“, das ist ein Bruch in der Knorpelstruktur des Kehlkopfes, ließen etwas von der Gewalt ahnen, die dem Opfer angetan wurde. 

Der Rechtsmediziner bestätigte, dass die 44-Jährige „sich gewehrt hat gegen das, was sich da abgespielt hat“. Vermutlich kam sie dabei zu Fall und schlug mit dem Hinterkopf so auf dem Boden auf, dass dabei die blutige Wunde am Hinterkopf entstand. Speisereste, die bei der Obduktion in den Atemwegen gefunden wurden, seien vermutlich erst in der letzten Phase des Todeskampfes hochgewürgt worden, erklärte der Experte das „agonale Geschehen“. 

Im Streit geschubst

Verteidiger Dirk Löber fragte nach, ob die Halsverletzungen auch durch den versehentlichen Kontakt mit einem harten Gegenstand, etwa einer Flasche, zustandegekommen sein könnten. Dies hielt der Rechtsmediziner für so gut wie ausgeschlossen. 

In seiner ersten Aussage bei der Polizei hatte der Angeklagte erklärt, dass er die 44-Jährige in jener Nacht im Streit geschubst habe. Sie habe sich dadurch an einer Flasche verletzt, aus der sie gerade getrunken habe und sich aufs Sofa gelegt. Er habe die Wohnung dann verlassen. 

"Ich habe etwas Dummes gemacht"

Diese Angaben, die der Angeklagte bei der Polizei mit dem Satz „Ich habe etwas Dummes gemacht“ eingeleitet hatte, will das Schwurgericht bei seiner Urteilsfindung berücksichtigen. „Die Kammer beabsichtigt, die gemachten Angaben zu verwerten“, erklärte der Vorsitzende Richter Marcus Teich und erläuterte seine Rechtsauffassung, die einem konträren Antrag des Verteidigers entgegensteht. 

Eine Polizeibeamtin, die das Smartphone des Angeklagten ausgewertet hatte, berichtete am Mittwoch von dessen intensiven Internet-Recherchen einige Stunden nach dem mutmaßlichen Todeszeitpunkt des Opfers: 

Totschlag und Mord

Offenbar interessierten ihn das mögliche Strafmaß für Totschlag und Mord sowie Antworten auf die Frage, wie man sich selber am effektivsten ins Jenseits befördern kann. Die Ermittlerin bestätigte auch, dass der Angeklagte dem Opfer in jener Nacht Nachrichten schickte, die die 44-Jährige an jenen Mann weiterleitete, der kurz zuvor ihre Wohnung verlassen hatte. 

Ab 4.40 Uhr scheint dann Funkstille eingekehrt sein, bevor der Angeklagte gegen sieben Uhr merkwürdige Anrufe mit dem Handy der Getöteten tätigte und erneut der Frage nachging, wer mit wem wie oft Sex gehabt hatte.

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