In 24 Stunden fließt ein Rathaus durch die Leitungen

Das Volumen des Lüdenscheider Rathauses entspricht der Wassermenge, die an einem heißen Tag verbraucht wird.

LÜDENSCHEID ▪ Keinerlei Grund zur Sorge geben die Füllstände der heimischen Talsperren: „Selbst ein langer heißer Sommer kann uns nichts anhaben“, sagte Enervie-Sprecher Andreas Köster im Gespräch mit den Lüdenscheider Nachrichten und verwies auf die derzeitigen Werte: Die zehn heimischen Talsperren des Ruhrverbandes sind derzeit noch zu rund 83 Prozent gefüllt – „Tendenz leicht sinkend“, sagte Köster.

Das heiße Wetter verursache derzeit einen relativ hohen Wasserverbrauch, der in der Summe an „durchschnittlich“ heißen Tagen etwa zehn Prozent über dem täglichen Jahresdurchschnitt liege. Da die Produktion der Industriekunden weitgehend unabhängig von der Außentemperatur laufe, gehe diese Steigerung fast ausschließlich auf den Mehrverbrauch der Privatkunden für häufiges Duschen und das Wässern des Gartens zurück. Wegen der guten Füllstände gebe es diesbezüglich keinerlei Einschränkungen oder Warnhinweise, den Verbrauch einzuschränken, sagte Köster.

Der bisher verbrauchsstärkste Tag des Jahres war für die Stadtwerke der vergangene Freitag: Durch das Wasserwerk Treckinghausen liefen 28 000 Kubikmeter Wasser zu den Endverbrauchern in Lüdenscheid sowie in Teilen von Schalksmühle und Herscheid. Diese Menge entspricht einem Wasserwürfel mit der Kantenlänge von 30 Metern. Oder noch anschaulicher dem Volumen des Lüdenscheider Rathauses ohne „Rucksack“, das 86 mal 22 mal 14,5 Meter misst.

Durch die Fernüberwachung lässt sich der aktuelle Verbrauch ständig ablesen: So hätten etwa die „Halbzeit-Pinkelpausen“ während der WM-Spiele für wahrnehmbare Spitzen in den Verbrauchskurven gesorgt, berichtete Andreas Köster. Die ständige Überprüfung der Durchflussmengen sei unverzichtbar, weil ähnlich wie bei der Spannung im Stromnetz der Druck im Frischwassersystem stimmen müsse.

Tendenziell weisen die Wasser-Verbrauchskurven in der Region weiter leicht nach unten: Der Sprecher begründete diese Entwicklung mit dem demographischen Wandel – die Einwohnerzahlen des Märkischen Kreises gehen leicht zurück – und mit technischen Neuerungen: Der Trend zu sparsamen Wasch- und Spülmaschinen setzt sich fort. ▪ thk

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