Studie sorgt für Betroffenheit

MÄRKISCHER KREIS ▪ Das miserable Abschneiden des Märkischen Kreises im „Lernatlas“ der Bertelsmann-Stiftung hat bei Landrat Thomas Gemke und den Fachbereichsleitern im Kreishaus Betroffenheit ausgelöst. „Das war am Montag eine Stunde lang Thema in der Spitze der Kreisverwaltung“, erklärte gestern Presseprecher Hendrik Klein auf Anfrage. Die Schulräte sollen sich nun die Studie wie auch die Lerninhalte an den Schulen genau ansehen. „Man wird in Ruhe beraten, was jetzt an welcher Stelle zu tun ist“, erklärte Klein.

Als Schulträger unterhalte der Kreis Berufskollegs und Förderschulen. „Für uns nehmen wir in Anspruch, unsere Schulen gut ausgestattet zu haben.“ Auch als Aufsicht über die Kommunen versuche der Kreis sein Möglichstes. So gibt es seit zwei Jahren das Bildungsnetzwerk, das versuche, die Bildung von der frühkindlichen Förderung im Kindergarten bis zum Abitur kreisweit besser aufeinander abzustimmen.

Doch stoße der Kreis dort an Grenzen, wo seine Mitbestimmung endet: bei der Besetzung von Schulleiter- und Lehrerstellen oder der Festlegung der Lerninhalte. Auch die Bevölkerungsstruktur dürfte hier eine Rolle spielen: So ergab die jüngste Sprachstandserhebung bei 53 Prozent aller untersuchten Kinder in Werdohl Sprachförderbedarf.

Wie berichtet, landete der Märkische Kreis beim schulischen Lernen unter 144 vergleichbaren „Kreisen im verdichteten Umfeld“ auf dem letzten Platz – ein Umstand, der den Vorsitzenden der Lüdenscheider Kfz-Innung, Walter Trimpop, nach einem „Aufschrei“ fragen ließ. Beim sozialen Lernen belegte der MK Rang 131, bei Schulabgängern ohne Abschluss Platz 134, bei der Zahl der Jugendlichen mit höherem Schulabschluss nur Rang 126.

Doch es ist vor allem die Rote Laterne beim schulischen Lernen, die nicht nur auf Trimpop alarmierend wirkte. Zumal der einzige Mittelplatz bei der persönlichen Lernbereitschaft der MK-Schüler heraussprang.

Einen Fingerzeig, woran es liegen könnte, bietet dagegen der Vortrag eines Mediziners, der vom Bildungsnetzwerk am 7. Dezember in die Aula des Berufskollegs am Raithelplatz eingeladen wurde.

Titel des Referats: „Sprachförderung im Kindergarten: Warum sie so nicht funktionieren kann!“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare