Stuck, der auf der Zunge zergeht

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Olaf Schmidt (Werkzeugbau-Institut), Konditor Norman Weßling und Dominik Malecha (Kunststoff-Institut, von links) stecken ihr geballtes Knowhow in ein Stückchen Schokolade.

Lüdenscheid - Stuck, Stahl, Kunststoff und Schokolade könnten eine einzigartige Verbindung eingehen – mit moderner Technik und kreativen Ideen. Doch bevor ein Jugendstil-Kopf von der Schützenhallenfassade dank Hightech und Konditorkunst auf der Zunge zergeht, ist noch viel Arbeit nötig.

Was genau zu tun sein wird, besprachen Oberstadt-Konditormeister Norman Weßling, Werkzeugbau-Institutsgeschäftsführer Olaf Schmidt und Dominik Malecha, Bereichsleiter Oberflächentechnik im Kunststoff-Institut. An einen Tisch gebracht hat alle drei die Idee der Bergstadt-Stiftung Lüdenscheider Schützenhalle, die mit Hilfe heimischer Handwerker und Fachleute eine Kult-Kollektion verwirklichen möchte. Nach und nach sollen sich dekorative Details und Motive aus der denkmalgeschützten Halle in schönen, tragbaren oder eben auch essbaren Objekten wiederfinden. Zu Weihnachten, so die Hoffnung, könnten erste Produkte auf den Markt kommen.

Unter anderem ist eine Tücherserie geplant, es wird fachmännisch gedruckt, geschneidert, geschmiedet, Glas bearbeitet, getüftelt, und es werden weitere Ideen vorangetrieben. Denn mit dem ersten Schwung der verwirklichten Ideen soll noch lange nicht Schluss sein. Die Kollektion soll regelmäßig durch neue Produkte erweitert werden. Kern ist dabei immer, dass ganz unterschiedliche Vorhaben und Fertigkeiten letztlich widerspiegeln, was sich am Standort Lüdenscheid mit Knowhow und Engagement im Sinne einer Sache umsetzen lässt – kollektive Imagewerbung, sozusagen. Und das süße Projekt gehört dazu.

Dabei wird deutlich, dass es nicht ganz einfach ist, ein großes Fassadenelement „mal eben“ auf Pralinenformat zu schrumpfen, zumindest nicht auf konventionellem Wege. Moderne Verfahren setzen hingegen auf mobile 3-D-Scanner. Der soll nun zum Einsatz kommen.

Trotzdem werde sich nicht jede letzte Feinheit reproduzieren lassen, weiß Norman Weßling, der die Vorlage handwerklich nacharbeiten wird. „Aber wir brauchen bei Schokolade auch nicht aufs My zu arbeiten“, zeigt sich Olaf Schmidt zuversichtlich, dass das Problem – Wiedererkennungswert bei praktischer Verarbeitung – zu lösen ist. Problemlos zu lösen sein muss das Köpfchen schließlich auch aus der Kunststoffform, die am Ende des technischen Prozesses entsteht. Hierzu ist eine enge Zusammenarbeit mit Kunststofffachmann Dominik Malecha eine wesentliche Hilfe.

Wenn alles klappt, könnte die ungewöhnliche Zusammenarbeit bereits bei der 15. Südwestfälischen Technologieausstellung vom 18. bis 20. September an den Ständen des Werkzeugbau-Instituts und des Kunststoff-Instituts dokumentiert werden. Die Fachmesse für Industrieautomation findet wieder auf dem Loh statt, in Schützenhalle und Messezelt. Wer möchte, kann sich also sogleich mit den Augen auf die Suche nach dem Original an der Hallenfassade begeben. - sum

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