Streit zwischen Stahlbauer und Planern

Hängepartie bei der Phänomenta-Brücke

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Am Brückenplatz vor der Fachhochschule wird tüchtig gearbeitet. Doch für die Montage der Brücke fehlen dem Stahlbauer noch Planungsunterlagen.

Lüdenscheid - „Brückenschlag Ende Februar“ schrieben die LN zum Jahresende über das Regionale-Projekt der Brücke zwischen Fachhochschule und Phänomenta. Das hat erkennbar bis jetzt nicht geklappt. Der Brückenschlag hat unverändert ein Terminproblem.

Von Florian Hesse

Der Stahlbauunternehmer zeigt sich im LN-Gespräch frustriert. Täglich stelle er mit einer acht Mann starken Truppe Arbeitskraft zur Verfügung. Auf inzwischen drei Monate belaufe sich die Verzögerung, klagt Richard Rohlfing.

Teile der Brücke lägen bereits vormontiert in der Firmenhalle in Sternwede (Ostwestfalen). „Aber wir können wegen fehlender Planunterlagen nicht bauen.“

„Uns fehlen Planunterlagen“

Der Stadt Lüdenscheid, die die als Bauherr beteiligt ist, macht Rohlfing dabei auch keinen Vorwurf. „Mit denen kann man reden“, sagt er.

Über die sich verjüngende Treppe soll es künftig auf die Brücke gehen, die von zwei elegant geschwungenen Metallbögen getragen wird. Der Weg führt in Richtung Phänomenta und Gustav-Adolf-Straße, der Fahrstuhl soll für Barrierefreiheit sorgen.

„Aber uns fehlen Planunterlagen.“ Die Schuld sieht der Unternehmer in Stuttgart. Das beauftragte Büro liefere die nötigen Pläne nicht. Wie man die Brücke an der Phänomentaseite anbinden könnte, sei ihm noch nicht klar. „Auf der Widerlagerseite-West läuft der Rost die Wand runter.“ Und der Stillstand bedeutet bares Geld. „Wir wollen Entlohnung für die Wartezeiten“, fordert Rohlfing, denn: „Wir stehen kurz davor, nicht mehr weiter zu bauen“.

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Dass es ein Problem gibt, streitet die Stadt auch nicht ab. Es fehle in der Tat die Freigabe durch die Fachplaner, bestätigt Regionale-Beauftragter André Westermann. Man hoffe auf ein klärendes Gespräch noch im Verlauf dieser Woche, sagt er auf Nachfrage. „Wir wollen ja auch, dass es weitergeht.“

Unter Druck setzen lassen will sich Westermann allerdings nicht. „Wir können nichts dafür.“ Und auch bei der Abrechnung des Projekts sei die Brücke unkritisch. Sie zähle, anders als der eigentliche Turm- und Phänomenta-Neubau, zum Bereich Stadtumbau.

„Keine Luft für Nachträge“

Die Phänomenta selbst müsse in 2015 abgerechnet werden, um keine Probleme mit den Fremdmitteln von Land und EU zu bekommen. Gemeinsam sei den unterschiedlichen Vorhaben aber eines: die Deckelung der Kosten. Anders als bei den meisten Aufträgen der öffentlichen Hand gelte aufgrund der Förderung bei der Regionale: „Es gibt keine Luft für Nachträge.“ Wie lange die Hängepartie dauert, bleibt offen und damit auch, ob der Brückenschlag bis zur offiziellen Einweihung der Phänomenta am 8. Mai gelingt.

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