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Streit um Parkplatz im MK: Mercedes-Fahrer sticht BMW-Fahrer nieder

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Von: Olaf Moos

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Eine Hand hält ein Messer.
Symbolbild © Gottfried Czepluch / Imago

Ein vermeintlich profaner Streit um einen Parkplatz am Abend des 16. Juli 2020 hätte einen damals 20-jährigen Lüdenscheider beinahe das Leben gekostet. Ein Messerstich in den Rücken verletzte die Lunge des Opfers. Die juristische Aufarbeitung des Vorfalls nahe dem Kluser Platz hat begonnen.

Lüdenscheid - Doch erst am Mittwoch, dem zweiten Prozesstag, will sich der Angeklagte – ein 46-jähriger Maschinenbediener aus Lüdenscheid – zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern. Das kündigen die beiden Strafverteidiger Dominik Petereit und Dirk Löber an. Zum Auftakt der Hauptverhandlung kommen zunächst Polizeibeamte zu Wort.

An dem verhängnisvollen Donnerstagabend rücken gleich mehrere Streifenwagenbesatzungen zum Tatort aus. Ein 26-jähriger Beamter schildert, wie das Opfer blutend auf dem Gehweg kauert. Ein Helfer drückt ein Tuch auf die Einstichstelle unterhalb des linken Schulterblatts des Verletzten. Auf der Straße Zur Normandie hat sich „eine kleine Menschentraube“ versammelt, so der Polizist. Vor einem Café steht der Verdächtige. Der Zeuge sagt: „Er wirkte überhaupt nicht aufgebracht, er war ruhig und klar, gar nicht nervös.“

Als die Polizisten den Mann auf den Vorfall ansprechen, legt der die Stichwaffe auf das Dach seines Autos und sagt: „Das ist das Messer.“ Der Beamte erinnert sich: „Da waren keine Blutanhaftungen dran.“ Es keimt der Verdacht, dass der 46--Jährige das wahre Tatwerkzeug vor Eintreffen der Polizei entsorgt hat. Die Ermittler suchen in dem Café danach, unter Autos oder in Kellerschächten – vergebens.

Eine damals 19-jährige Polizeianwärterin – „das war erst mein zweiter Praktikumstag“ – befragt den Verletzten. Er sagt unter Schmerzen und Atemnot aus, er habe mit seinem BMW rückwärts einparken wollen, da habe sich der Mercedes-Fahrer vorgedrängelt. Staatsanwalt Christian Engelke geht davon aus, dass der Angeklagte drei Mal zugestochen hat, das Opfer einmal nur oberflächlich getroffen, einmal verfehlt und beim dritten Stich lebensgefährlich verletzt hat.

Über den Verlauf der verbalen Auseinandersetzung, die der Messerattacke vorausging, gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse.

Der Prozess wird am Mittwoch, 12. Januar, um 9.30 Uhr im Saal 201 des Landgerichts fortgesetzt.

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