Inzwischen Einigung

Unruhe wegen Mottowoche an Lüdenscheider Gymnasien

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Während der Mottowoche des Abiturjahrgangs 2017 gab es am Staberg den Tag „Bad Taste vs. Suit up“.

Lüdenscheid - Die Mottowoche an den drei Gymnasien wird verkürzt. Wie eine Bombe schlug diese Nachricht Ende Januar bei vielen Schülern, aber auch bei Eltern ein. Während der vergangenen Wochen war die Stimmung besonders am Bergstadt-Gymnasium (BGL) angespannt – inzwischen gibt es eine Einigung zwischen Schülern und Schulleitungen.

Bei einem gemeinsamen Treffen hatten die Schulleiter entschieden, dass man die Mottowoche – das traditionell fünftägige Verkleiden – um zwei Tage verkürzen wolle. „Zunehmender Alkoholkonsum in Einzelfällen“ und die steigende Lärmbelästigung waren die Gründe, welche die Pädagogen auf Nachfrage nannten. 

Laut Dieter Utsch, Leiter des Bergstadt-Gymnasiums, eine Entscheidung, bei der die Schüler absichtlich nicht mit einbezogen wurden. „Zum einen wären die Schüler, die dann bei solchen Gesprächen mit dabei gewesen wären, die Buh-Männer der Stufe gewesen. Zum anderen geht es dabei nicht um demokratische Transparenz, sondern darum, sich vor sein Kollegium zu stellen.“ 

Denn mehrere Lehrer hätten sich über die „unzumutbaren Zustände“ während dieser Woche beschwert. Und weiter: „Da entscheide ich dann und diskutiere nicht darüber.“ 

Sebastian Wagemeyer, Leiter des Zeppelin-Gymnasiums, sagt jedoch: „Natürlich wollten wir später die Schüler mit einbeziehen und mit ihnen darüber diskutieren. Wie das am Bergstadt-Gymnasium ablief, weiß ich nicht.“ 

Und Michaela Knaupe, Leiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, bestätigt seine Version: „Dass wir so etwas einfach beschließen, ist bei uns nicht üblich.“ 

Beschwerden von Schülern und Eltern 

Warum die Schüler nicht früher in die Diskussion mit einbezogen wurden? Wagemeyer: „Eine rechtliche Grundlage für eine Mottowoche gibt es nicht. Wir müssen auch nicht die Schüler bei jedem unserer Gespräche mit einbeziehen.“ 

Und Utsch empört sich über die Nachfrage: „Man sollte sich klar machen, worüber wir reden. Hier geht es um eine Partywoche.“ 

Die Reaktionen auf die Nachricht waren an den drei Gymnasien ähnlich: Schüler sowie Eltern beschwerten sich. Utsch dazu: „Ich habe kein Verständnis für Eltern, die sich darüber aufregen. Das sind genau diejenigen, die nichts für die Schule leisten.“ 

Auf Nachfrage erklärte die Vorsitzende der Schulpflegschaft, Bettina Leonidas jedoch, dass auch sie das Gespräch mit Utsch gesucht habe. Für sie sei der Zeitpunkt dieser Entscheidung sehr unpassend gewesen. 

Leonidas erläutert: „Die Begründung kann ich nachvollziehen, aber der Zeitpunkt der Bekanntgabe war nicht gut.“ Auch deshalb warb sie für einen Kompromiss: „In diesem Jahr dürfen die Schüler noch vier Mottotage feiern. Ab dem kommenden Jahr sind es dann noch drei.“ 

Freitag findet ohne Motto statt 

Ein Vorschlag, mit dem am Ende die Schulleitungen und die Schüler der Q2 übereinstimmten. Dass der Freitag ohne Motto stattfindet, ist für sie nicht schlimm: Schließlich findet an diesem Tag kein Regelunterricht statt. Utsch: „Wir haben uns darauf geeinigt, damit Ruhe ist.“ 

Wie viele Mottotage die nachfolgenden Abiturjahrgänge feiern dürfen, bleibt abzuwarten. Nach Aussage von Sebastian Wagemeyer sei das an den Staberger Gymnasien noch nicht festgelegt. BGL-Leiter Dieter Utsch betonte, dass definitiv drei Mottotage stattfinden werden. 

Die Q1-Stufensprecherin Maike Kuhnert blickt mit Sorge auf eine Verkürzung der Mottowoche im kommenden Jahr.

Das bereitet den Schülern der Q1 Sorgen. Maike Kuhnert, Schüler- und Stufensprecherin, erklärt: „Natürlich können wir die Begründung der Schulleitung verstehen.“ Trotzdem hänge man sehr an der Mottowoche: „Das sind die letzten Tage, an denen wir Unterricht am BGL haben. Wir haben gemeinsam viel erlebt. Da fließen auch mal Tränen.“

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