Streiks in der nächsten Woche möglich

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Vor dem Rathauseingang diskutierten Beschäftigte und Verdi-Mitglieder über die aktuellen Forderungen. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Am Donnerstag beginnt die erste Tarifrunde im öffentlichen Dienst. Am Mittwoch warben Vertreter der Gewerkschaft Verdi mit einer aktiven Mittagspause vor dem Rathaus-Eingang für ihre Forderungen. Sollte die erste Tarifrunde nicht im Sinne der Arbeitnehmervertreter verlaufen, seien bereits in der nächsten Woche Streiks im öffentlichen Dienst möglich. Die Bereitschaft dazu sei auf jeden Fall auch im Märkischen Kreis vorhanden.

Ulrich Padberg, stellvertretender Verdi-Vorsitzender in Südwestfalen, sowie die heimischen Gewerkschafter Bernd Benscheidt und Josef Filippek erklärten, warum sie die aktuellen Forderungen von 6,5 Prozent – mindestens aber 200 Euro – mehr Gehalt für notwendig halten. Gerade in den unteren Gehaltsstufen reichten die aktuellen Einkommen kaum für das Notwendige, geschweige denn für zusätzliche Kosten wie den Eigenanteil für eine Zahnbehandlung. Frank Seibel, Betriebsratsvorsitzender der Märkischen Verkehrsgesellschaft sagte, das Einstiegsgehalt für Busfahrer reiche nicht, um eine Familie zu ernähren. Im öffentlichen Dienst gebe es Beschäftigte, die ihr Einkommen aus Mitteln der Grundsicherung aufstockten, sagen die Gewerkschafter. Denn die Reallöhne seien gesunken. Neben Berufseinsteigern sollen auch die Auszubildenden profitieren – Verdi fordert für sie 100 Euro mehr und eine unbefristete Übernahme. „Jugend braucht Perspektive“, sagt Padberg.

Es sei an der Zeit, dass auch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst an der guten wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen beiden Jahre teilhätten, forderte Padberg. Die Kaufkraft der Beschäftigen müsse gestärkt werden, um Arbeitsplätze zu sichern. Dass die kommunalen Haushalte leer seien, sei nicht die Schuld der Beschäftigten. Vielmehr verwies Padberg auf eine Verdi-Rechnung, die durch Maßnahmen wie Steuererhöhungen, Erbschafts- und Vermögenssteuer auf Mehreinnahmen von bundesweit 75 Milliarden Euro kommt.

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