Streik am Klinikum spitzt sich immer mehr zu

Der Ärzte-Streik am Klinikum spitzt sich zu.

LÜDENSCHEID ▪ Nach und nach nimmt der Druck auf die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeber (VKA) zu. Die Protestfront der am Streik beteiligten Ärzte des Klinikums wird größer.

Am Mittwoch waren nach Angaben von Dr. Mathias Dunkel, Bezirksvorsitzender des Marburger Bundes im Märkischen Kreis, von 8 bis 12 Uhr 80 Ärzte im Ausstand. Freitag droht ein ganztägiger Streik, nachdem der Protest am Montag, wie berichtet, zunächst mit einer zweistündigen Arbeitsniederlegung begonnen hatte. Viele Operationen müssen von morgens auf nachmittags verschoben werden, was logischerweise wiederum zu Überstunden bei den Ärzten führt, beschreibt Dr. Dunkel die Auswirkungen. Freie Mitarbeiter – so genannte Freelancer – ersetzen in den OP-Sälen die fehlenden Anästhesisten. „Das kostet wesentlich mehr Geld.“

"Marburger Bund ein Dorn im Auge"

Dennoch habe es zwischen Marburger Bund und VKA seines Wissens nach noch keine weiteren Gespräche gegeben und er gehe auch nicht davon aus, dass sich vor dem Pfingstwochenende etwas Wesentliches tue: „Wir müssen dann entscheiden, wie es weitergeht.“ Einerseits gehe es um eine Lohnerhöhung und um bessere Bezahlung für den Bereitschaftsdienst. Andererseits sei der VKA der Marburger Bund als eigenständige Gewerkschaft ein Dorn im Auge. Dies spiele auch eine entscheidende Rolle, weshalb noch kein verbindliches Angebot vorliege. Man wolle mit dem Streik dem Klinikum nicht schaden, aber es bestehe in der derzeitigen Situation natürlich die Gefahr, dass Patienten, bei denen dies möglich sei, zu anderen Krankenhäusern abwanderten.

Schüwer: 'Keine beruhigende Situation für uns"

Robert Schüwer, Geschäftsführer des Klinikums, das VKA-Mitglied ist, möchte sich nicht in den Konflikt einmischen, aber „natürlich ist das keine beruhigende Situation für uns.“ Einen großen Generalplan für einen ganztägigen Streik gebe es nicht. Das müssten die einzelnen Abteilungen regeln, denn der Mindestbetrieb müsse laut Notdienstverordnung ja gewährleistet bleiben. Seiner Meinung nach hätten sich beide Seiten verrannt. Da es keine entsprechenden Vereinbarungen gebe, könne auch kein Schlichtungsverfahren in Gang gebracht werden. „Keiner bewegt sich – eine unbefriedigende Situation.“ - my

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