Streik führt in Lüdenscheid zu Behinderungen

LÜDENSCHEID - Müllabfuhr, öffentlicher Personennahverkehr, Kindergärten – der Streik im öffentlichen Dienst dürfte am Mittwoch im Laufe des Tages zu deutlichen Einschränkungen des täglichen Lebens führen.

Von Kerstin Zacharias

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Dennoch reagierten die Verantwortlichen am Dienstag noch abwartend auf die vorübergehende Arbeitsniederlegung der Beschäftigten. Für Anwohner der Lüdenscheider Ortsteile Brüninghausen, Kalve, Wettringhoff und Honsel könnte der Streik heute im schlimmsten Fall dazu führen, dass ihre Abfallbehälter nicht geleert werden. „Wenn nicht alle Fahrzeuge personell so besetzt werden können wie nötig, werden einige Abfallbehälter heute nur zeitversetzt oder gar nicht abgeholt“, erklärte Heino Lange, stellvertretender STL-Werksleiter, auf Anfrage unserer Zeitung und betonte gestern, dass er in keinster Weise abschätzen könne, inwieweit der Streik die Arbeit des STL beeinflussen wird. „Aber er wird sie auf jeden Fall behindern“, so Lange, „und das zieht dann einen ganzen Rattenschwanz nach sich.“ Denn werde auch die Müllannahme in Iserlohn bestreikt, könnten die Fahrzeuge nicht entleert werden. Weitere Behälter blieben stehen. Für heute bittet Lange die betroffenen Bürger jedoch, ihre Tonnen wie gewohnt an die Straße zu stellen.

Die Betreuung der Kinder in städtischen Einrichtungen wird in jedem Fall gesichert sein“, versprach Michael Petras vom zuständigen Fachdienst. Würden einzelne Mitarbeiter die Arbeit niederlegen („Es ist ja nicht jeder in der Gewerkschaft organisiert“), würde die Betreuung dennoch in irgendeiner Form sichergestellt, und sei es leicht reduziert. „Aber von Notgruppen zu sprechen, so weit würde ich gar nicht gehen“, erklärte Petras. Zudem hätten einige Eltern den Verantwortlichen signalisiert, ihre Kinder im Notfall auch zu Hause zu behalten.

Ohne Vollsperrung, wohl aber mit möglichen Verkehrsbehinderungen soll am Mittwochmorgen der Protestmarsch vom Kreishaus in die Innenstadt über die Bühne gehen. „Wir rechnen mit einer friedlichen, störungsfreien Veranstaltung, die wir als Polizei natürlich auch begleiten werden“, erklärte Polizeipressesprecher Norbert Pusch. Wie berichtet, plant Verdi für 9 Uhr zunächst eine Kundgebung am Kreishaus, von dort geht es weiter zum Sternplatz. Probleme mit dem parallel stattfindenden Wochenmarkt sieht die Polizei bisher nicht, „aber wir werden natürlich präsent sein“.

Als Streiklokal wurde, wie berichtet, die Gaststätte Dahlmann ausgewählt, wo die Streikenden abschließend zusammenkommen und zudem ihr Streikgeld erhalten würden, weiß Ulrich Padberg, Verdi-Chef in Südwestfalen. Er wird den Streik heute nicht in Lüdenscheid begleiten, sondern in Iserlohn. Denn: Im dortigen Park-Theater kommen heute kommunale Angestellte zur Betriebsversammlung zusammen – ein Umstand, den die Gewerkschaft sich zu Nutze machen möchte.

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