Subunternehmer fahren

Streik im Nahverkehr im MK: Kaum Busse unterwegs - Elterntaxi-Schlangen

Deutlich weniger Busse im morgendlichen Berufs- und Schülerverkehr: Der ÖPNV-Streik wirkt sich auch in Lüdenscheid am Dienstag aus. 
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Deutlich weniger Busse im morgendlichen Berufs- und Schülerverkehr: Der ÖPNV-Streik wirkt sich auch in Lüdenscheid am Dienstag aus. 

Verdi hat zu Streiks im ÖPNV aufgerufen - am Dienstag und Mittwoch will die Gewerkschaft den Nahverkehr in ganz NRW lahmlegen. Einen Tag vor Beginn der Streiks haben die Märkischen Verkehrsgesellschaften (MVG) an einem Plan gearbeitet, wie sie ihre Kunden trotzdem befördern wollen.

[Update, Dienstag, 12.07 Uhr] Lüdenscheid - Am Dienstagmorgen sind die Auswirkungen des Streiks in Lüdenscheid vor allem vor und in der Nähe von Schulen sichtbar: Deutlich mehr Verkehr an den Einfallsstraßen, deutlich weniger Busse, die Schülerpulks "ausspucken". Auch in Lüdenscheid beteiligen sich gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe an den Warnstreiks. Verdi hat 10.000 Beschäftigte in ganz Nordrhein-Westfalen dazu aufgerufen, am Dienstag und Mittwoch ihre Arbeit niederzulegen. Begonnen haben die Streiks mit der Frühschicht um 3 Uhr.

"Für uns hat der Streik keine großen Auswirkungen. Die Schüler sind von ihren Eltern zur Schule gebracht. Auswirkungen wird das sicherlich auf die Eltern gehabt haben", vermutet Michaela Knaupe, Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Einen Unterrichtsausfall, zum Beispiel beim Schwimmunterricht am Nattenberg, hat es auch nicht gegeben. "Der Sondersbus, der dafür eingesetzt wird, ist ganz normal gefahren", berichtete Knaupe. 

"Von der MVG ist heute morgen kein Bus rausgefahren", sagte Marika Gomolka, stellvertretende Pressesprecherin der Verkehrsgesellschaft. Von den insgesamt 136 Bussen im Betriebsgebiet der MVG sind 65 Fahrzeuge in Lüdenscheid stationiert. "Diese 65 Fahrzeuge sind heute im Betriebshof geblieben. Darunter fallen allerdings auch Fahrzeuge, die gewartet werden", erklärte MVG-Pressesprecher Jochen Sulies.

Der Notfallfahrplan, der am Montagnachmittag erarbeitet scheint trotzdem zu greifen. "Das Telefonaufkommen hält sich in Grenzen. Außerdem ist unser Service-Center in Lüdenscheid zumindest heute ganztägig geöffnet, auch wenn nur weniger Mitarbeiter vor Ort sind", sagte Gomolka. Ob das Service-Center in Lüdenscheid auch am morgigen Mittwoch geöffnet sein wird, ist noch nicht klar. "Sobald wir Neuigkeiten haben, werden wir sie auf unserer Homepage veröffentlichen", verspricht Sulies. Der aktuelle Notfallfahrplan gelte auch für den Mittwoch. "Wir können aber nicht garantieren, dass auch jede Fahrt so stattfindet, wie sie im Plan steht. Das ist aber auch im Regelbetrieb so. Es kann ja immer mal sein, dass zum Beispiel ein Fahrer krank wird", sagte Sulies. 

Eine erste Prognose über die Anzahl der Beteiligten gab Bernd Balzer, Gewerkschaftssekretär des Fachbereichs Nahverkehr für den Bereich Südwestfalen bei Verdi, ab: "Ich bin erst von 40 bis 45 Streikenden in Lüdenscheid ausgegangen. Die Beteiligung ist aber deutlich höher. Mittlerweile gehe ich von 60 bis 70 Personen aus, die mitstreiken."

Für die Busfahrer, die bei Subunternehmern beschäftigt sind, gestaltet sich der Arbeitstag deutlich ruhiger als gewohnt. "Die Kunden haben sich auf den Streik eingestellt. Es ist nicht viel los", verriet ein Busfahrer, der gerade Pause machte. 

"Wir versuchen im Augenblick eine Art Fahrplan zu erstellen", erklärt Pressesprecher Jochen Sulies auf Nachfrage der Redaktion am Montagnachmittag. "Wir haben gerade erst erfahren, dass nicht nur am Dienstag gestreikt wird, sondern auch am Mittwoch."  Bereits am vergangenen Freitag hatte unsere Zeitung berichtet, dass Verdi am Dienstag und Mittwoch zum Streik aufgerufen hat.

"Am Dienstag, 29. September 2020, und am Mittwoch, 30. September 2020, wird es aufgrund des Streiks im Öffentlichen Dienst bei der MVG auf vielen Strecken im Märkischen Kreis ganztägig zur Einstellung des Fahrbetriebs kommen. Aktuell ist noch nicht absehbar, wie viele MVG-Mitarbeiter und Mitarbeiter der Unternehmen, die im Auftrag der MVG unterwegs sind, am Streik teilnehmen werden", heißt es auf der Homepage

Einen Notfallfahrplan wird es allerdings geben. Auf der MVG-Homepage gibt es"eine Auflistung nach Linien der von Auftragnehmern voraussichtlich durchgeführten Fahrten. Für diese Liste wird jedoch keine Gewähr übernommen, da nicht bekannt ist, inwieweit sich die durchführenden Auftragnehmer ebenfalls am Streik beteiligen", wird zudem erklärt.

Bernd Balzer sagt: "Die Subunternehmer der MVG werden nicht streiken."

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