Streik-Auftakt im Klinikum Lüdenscheid

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Rund 50 Ärztinnen und Ärzte streikten heute Morgen von 8 bis 10 Uhr in der Kantine des Klinikums für ein „vernünftiges Tarifangebot“.

LÜDENSCHEID ▪ So gut besucht wie am Montagmorgen war die Kantine des Klinikums noch nie: Rund 50 Ärztinnen und Ärzte streikten zwei Stunden lang – wie berichtet, erst der Auftakt einer Arbeitsniederlegung, die zum Ziel hat, Druck auf die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) auszuüben.

„Wir fordern Verhandlungen auf Augenhöhe“, sagt Oberarzt und Anästhesist Jürgen Weber, Sprecher des Marburger Bundes (MB) vor Ort. Trotz mehrmonatiger Verhandlungen liege bisher kein verbindliches und vernünftiges Tarifangebot vor. Ein Anästhesist im 2. Ausbildungsjahr verdiene gerade einmal knapp 80 Euro bei einer Einsatzbereitschaft rund um die Uhr, also inklusive Bereitschaftsdienst. „Bei uns gibt es zudem keine Nacht- oder Wochenenddienstzuschläge wie beispielsweise in der Industrie.“

Verhandlungen auf Augenhöhe heißt für Weber und seine Mitstreiter auch, dass die VKA mit dem Marburger Bund verhandelt und nicht auf einen Tarifvertrag verweist, den die VKA mit der Gewerkschaft Verdi abgeschlossen hat. „In der Gewerkschaft Verdi fühlen wir uns nicht gut aufgehoben“, sagt er und unterstreicht zugleich: „Wir haben keinen Streit mit unserem Arbeitgeber vor Ort, aber der ist nun einmal in der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber.“

"Bessere Bezahlung des Bereitschaftsdienstes"

Eine bessere Bezahlung des Bereitschaftsdienstes und eine Lohnerhöhung um fünf Prozent schwebt dem Marburger Bund vor. Dafür soll der Streik Tag um Tag ausgewertet werden. Freitag droht ein ganztägiger Streik. Eine Notfallversorgung der Patienten sei sichergestellt. Stationen wie Geburtsabteilungen, Intensivstation, Onkologie oder Notaufnahme seien nicht vom Streik betroffen.

Mittwoch Demonstration in Dortmund

Am Mittwoch ist eine Demonstration in Dortmund geplant. Noch steht aber nicht fest, ob die Klinikum-Ärzte daran teilnehmen. - my

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