Straßenreinigungsgebühren steigen um 39 Prozent

LÜDENSCHEID ▪ Der Schnee der letzten Saison ist längst geschmolzen, jetzt rollt, erwartungsgemäß, die Kostenwelle: Um 39,1 Prozent sollen die Straßenreinigungsgebühren 2012 im Schnitt steigen. Eine „Kostenunterdeckung aus 2010“ erfordere das, heißt es in der Vorlage für die Sitzung des STL-Werksausschusses (Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb) am Donnerstag um 17 Uhr im Kulturhaus. Dabei geht’s auch um Gebührensteigerungen bei Müll (2,6 Prozent), und Friedhöfen (3,5 Prozent.)

Heruntergerechnet auf ein Einfamilienhaus mit 15 Metern Straßenfront (Reinigungsklasse III, zweimal wöchentlich) kommt Klose auf 51,75 Euro mehr im Jahr. Bei anderen Reinigungsklassen oder Mehrfamilienhäusern ist die Belastung geringer. Alles in allem sei eine Durchschnittsberechnung eine „faire Regelung“.

„Der Winter hat fast fünfeinhalb Monate gedauert und etwa zwei Millionen Euro mehr gekostet als kalkuliert. So etwas hatten wir schon lange nicht mehr“, sagt dazu STL-Werksleiter Wolfgang Klose. Dieses Geld müsse man über den nächsten Fünf-Jahres-Gebührenplan wieder hereinholen. „Nur“ 665 000 Euro wird der erste Schritt bringen, die nächste Erhöhung 2013 ist absehbar. Eine Hoffnung immerhin macht Klose dem Gebührenzahler: „Es hat auch schon Rückzahlungen gegeben.“ Bleiben ein, zwei Winter in Folge mild, Aufwand und Kosten somit im Rahmen, wird der Gebührenzahler auch das merken.

Eine Unbekannte in der Rechnung ist die Stadt. Auch für die ist der STL Schnee räumend aktiv, auch hier müsste es Nachzahlungen geben. Noch sei der Haushalt aber nicht durch und somit ungewiss, ob der STL das vorgestreckte Geld von der Stadt zurückbekommt. Wenn nicht, „geht das ins Eigenkapital“. Lange halte man das als Betrieb nicht durch, zumal Geld für Investitionen fehle, so Klose: „Wir haben es seit 20 Jahren ohne Kreditaufnahme hinbekommen. Wir hatten nie Riesengewinne, aber auch nie Riesenverluste.“

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